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Mecklenburg-Vorpommern

02. Dezember 2016 | 21:09 Uhr

LKA-Prozess : Angeklagter Ex-Kommissar war für BND tätig

vom

Der in Schwerin wegen Korruption angeklagte Ex-Kriminalbeamte hat auch für den Bundesnachrichtendienst gearbeitet.

Ein wegen Korruption angeklagter ehemaliger Beamter des Landeskriminalamtes (LKA) hat nach eigenen Angaben auch für den Bundesnachrichtendienst (BND) gearbeitet. Seine Dienststelle beim Landeskriminalamt habe von seiner Doppeltätigkeit nichts gewusst, sagte der 60-Jährige am Donnerstag in der Verhandlung am Landgericht Schwerin. Der Ex-Kriminalbeamte und seine mitangeklagte Ehefrau äußerten sich am zweiten Verhandlungstag nur zu ihrer Person.

Der Ex-Kriminalkommissar soll jahrelang interne Informationen an eine Berliner Firmenberaterin verkauft und dafür 300 000 Euro kassiert haben. Auch die Firmenberaterin steht vor Gericht.

Der Prozess hatte am Mittwoch begonnen. Laut Anklage soll der Mann vor allem Auskünfte über Personen aus der Wirtschaft eingeholt und weitergegeben haben. Er ist  wegen Bestechlichkeit, Verletzung von Dienstgeheimnissen und Steuerhinterziehung angeklagt, seine 61-jährige Frau wegen Beihilfe zur Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung. Die 69-jährige Firmenberaterin muss sich wegen Bestechung und Anstiftung zur Verletzung von Dienstgeheimnissen verantworten. Außerdem wirft die Ermittlungsbehörde dem Ehepaar Steuerhinterziehung vor.

In der Sache will die Ehefrau nach Angaben ihres Verteidigers nicht aussagen. Ihr Ehemann und die Firmenberaterin machten eine Aussage unter anderem vom Ergebnis von sogenannten Rechtsgesprächen abhängig.

Noch sei es aber zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung zu keinem Deal gekommen, sagte der Gerichtssprecher.

Die Verhandlung soll am 24. November fortgesetzt werden. Dann ist ein weiterer ehemaliger LKA-Beamter als bislang einziger Zeuge in dem Prozess geladen. Er war laut Staatsanwaltschaft von dem Angeklagten wegen seiner besseren Englischkenntnisse ins Boot geholt worden, als es darum ging, die Aufhebung eines US-Haftbefehls gegen den in Österreich lebenden ukrainischen Oligarchen Dmitri Firtasch zu erwirken.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 14:45 Uhr

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