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Mecklenburg-Vorpommern

28. August 2016 | 00:22 Uhr

Glatteis in MV : Andrang in den Kliniken und zahlreiche Unfälle

vom

In MV kam es auf Grund der Glätte zu vermehrten Unfällen. Notaufnahmen behandeln fast doppelt so viele Sturzverletzungen.

Winterliche Reifglätte und Nebel haben den Verkehr auf den Straßen in ganz Mecklenburg-Vorpommern zum Wochenbeginn behindert und für Andrang in den Notaufnahmen gesorgt. Wie Polizeisprecher in Rostock und Neubrandenburg erklärten, ereigneten sich in der Nacht zu Montag und am Morgen etwa 25 Unfälle, bei denen fünf Menschen verletzt wurden. Meist blieb es aber bei Blechschäden.

In Gadebusch rutschte gegen 5.30 Uhr ein 29-Jähriger mit seinem Wagen beim Abbiegen gegen einen geradeausfahrenden Transporter. Der Schaden beläuft sich auf rund 3000 Euro.

Bei Dassow wurden zwei Menschen verletzt, als ihr Wagen von der Straße in einen Graben rutschte. In Wismar blieben mehrere Lastwagen an einer Anhöhe der Landesstraße 101 liegen und sorgten für Behinderungen. Wegen Bergungsarbeiten war die Straße von 9.25 Uhr bis 10.30 Uhr voll gesperrt. Ein 49-jähriger Autofahrer wurde schwer verletzt, als sein Wagen in einer Kurve bei Poggendorf von der glatten Straße abkam und im Graben landete.

Zwischen Schimm und Lübow kam gegen 8.45 Uhr ein 30-jähriger Opel-Fahrer  von der Fahrbahn ab. Er stieß mit einem rechtsseitig befindlichen Verkehrsleitpfosten zusammen. Am Fahrzeug entstand wirtschaftlicher Totalschaden und musste geborgen werden. Zur gleichen Zeit rutschte auf der Insel Poel ein 78-Jähriger gegen einen in Fährdorf verkehrsbedingt haltenden Lkw. Er konnte sein Auto aufgrund der Glätte nicht rechtzeitig stoppen.

„Gleich drei Fahrzeuge rutschten im Minutentakt zwischen Thandorf und Rieps in einer leicht abschüssigen Kurve von der Fahrbahn“, sagte Nancy Schönenberg von der Polizeiinspektion Wismar. Gegen  9.15 Uhr kam dort eine 35-jährige Passat-Fahrerin in einer Rechtskurve von der Straße ab und stieß mit einem Leitpfosten zusammen. Kurz danach gerieten auch ein 31-Jähriger mit seinem VW ins Rutschen, sowie ein 34-jähriger BMW-Fahrer.

In Pasewalk stürzte am Sonntagabend ein Lastwagen auf der Bundesstraße 104 um und blieb liegen. Die Fracht und der polnische Lkw sollten am Montag geborgen werden. In Zarnekow im gleichen Landkreis rutschte ein Auto gegen einen Metallzaun, der Beifahrer wurde dabei verletzt. Auf der Bundesstraße 198 in Bredenfelde kam ein Lkw von der Straße ab und fuhr in einen Gartenzaun. Der Fahrer blieb unverletzt, der Schaden wurde auf rund 15 000 Euro geschätzt.

Aufgrund des Glatteises fiel der Busverkehr im Landkreis Nordwestmecklenburg und damit auch der Schülerverkehr aus, wie das zuständige Unternehmen Nahbus mitteilte. „Wegen stark vereister Nebenstraßen sei ein sicherer Transport der Schüler nicht gewährleistet", begründete Einsatzleiter Daniel Bremer. Eltern blieb es überlassen, ob sie ihre Kinder zu den Schulen bringen wollten. Von 9 Uhr an sei der Linienverkehr wieder in vollem Fahrplanumfang im gesamten Landkreis durchgeführt worden.

Derweil müssen wegen des Glatteises auf Straßen und Gehwegen die Rostocker Unfallchirurgen derzeit Überstunden schieben: „Von Freitag an hatten wir täglich etwa 50 Prozent mehr Patienten als gewöhnlich“, sagte Thomas Mittlmeier, Chef der Rostocker Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Montag.

Alleine am Sonnabend seien 87 Patienten behandelt worden, die große Mehrheit mit wetterbedingten Verletzungen. „Die Patienten kommen meist in die Notaufnahme, nachdem sie zu Fuß vor die Tür gegangen und nicht weit gekommen sind“, so Mittlmeier. Das Alter spiele dabei kaum eine Rolle, es reiche von 18 bis 80 Jahren. „Sie waren meist auf Nebenstraßen unterwegs, auf denen dürftig bis gar nicht geräumt wird.“ Zum Vergleich: Am Greifswalder Uniklinikum wurden seit Freitag 61 Glatteisopfer gezählt, von denen 21 wegen Knochenbrüchen, 31 mit schweren Prellungen und neun wegen eines Schädel-Hirn-Traumas behandelt werden mussten, wie der Leitende Oberarzt Peter Hinz sagte. 19 der 61 Patienten seien stationär aufgenommen worden.

Er rät Radfahrern dringend, ihr Rad bei diesen Witterungsverhältnissen stehen zu lassen. Fußgänger sollten ungestreute Wege meiden. Besonders betroffen waren in Greifswald Jüngere und Menschen mittleren Alters. Ältere seien dort offenbar vorsorglich zu Hause geblieben, so Hinz. Im Helios-Klinikum in Schwerin wurden am Wochenende doppelt so viele Patienten mit Sturzverletzungen versorgt wie sonst üblich.

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erstellt am 11.Jan.2016 | 09:55 Uhr

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