zur Navigation springen

Mecklenburg-Vorpommern

27. Juni 2016 | 09:36 Uhr

Erhaltung statt Neubau : Aktenwechsel im Straßenbauamt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Land strafft Verwaltung und passt Struktur der neuen Kreisstruktur an / Künftig mehr Erhaltung statt Neubau

Ämterneuordnung am Straßenrand: Mecklenburg-Vorpommern hat die Straßenbauverwaltung verschlankt und die Zahl der landesweit vier Straßenbauämter auf drei Standorte reduziert. Seit Jahresbeginn sei die Struktur den seit 2011 geltenden neuen Kreisgrenzen angepasst worden, teilte das Verkehrsministerium in Schwerin mit. Künftig sei das Straßenbauamt Schwerin für die Landkreise Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim zuständig. Das Amt Neustrelitz werde für die Straßeninfrastruktur in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte sowie Vorpommern-Greifswald und die Behörde in Stralsund für die Landkreise Vorpommern-Rügen und Rostock zuständig sein. Das bisherige Straßenbauamt Güstrow werde zu einem Autobahnamt umgewandelt, das das 554 Kilometer lange Autobahnnetz in MV betreuen soll und als Abteilung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Rostock geführt werden soll. 419 Mitarbeiter sind in den fünf betroffenen Behörden beschäftigt. Erhalten blieben alle Standorte der 24 Straßenmeistereien im Land, sicherte das Verkehrsministerium zu. Allerdings würden auch die Einzugsbereiche der Meistereien den neuen Kreisgrenzen angepasst. Um Verzögerungen zu vermeiden sollen laufende Bauprojekte zunächst von den bislang zuständigen Mitarbeitern betreut werden.

Mit der neuen Aufgabenverteilung strafft das Land die Führungsstruktur in den Straßenbauämtern: Zwar werde es keine Entlassungen geben, so das Ministerium. In den Straßenbauämtern werde aber die Zahl der Dezernate von drei auf zwei reduziert.

Mit der Strukturreform richtet sich die Straßenbauverwaltung auf Änderungen im Straßenbau ein: Nach zwei Jahrzehnten vieler Neubauprojekte werde künftig der Erhalt des Straßennetzes Vorrang haben. „Der Neubau wird weniger, der Erhalt der Straßen wichtiger“, hatte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) im Vorfeld der Strukturreform erklärt. Seit 1990 wurden etwa zehn Milliarden Euro in den Ausbau der Verkehrsnetze in Mecklenburg -Vorpommern gesteckt. Selbst manche Neubauprojekte der vergangenen zwei Jahrzehnte sind in die Jahre gekommen. Im vergangenen Jahr mussten beispielsweise Teile der Küstenautobahn 20 erneuert werden.

Die neuen Zuständigkeiten versetzen Bürgermeister indes in Sorge über bislang zugesagte Bauprojekte in den Regionen. Sie fürchten Verzögerungen. Das hänge allerdings weniger von der Neuorganisation der Straßenbauverwaltung als vielmehr von der mangelnden Finanzausstattung des Investitionsetats ab, erklärte Arp Fittschen, Bauexperte des Städte- und Gemeindetages MV in Schwerin. Der Etat reiche nicht, um alle Bauprojekte umzusetzen. Der Investitionsbedarf geht in die Millionen: Ein Drittel der 2000 Kilometer Bundes- und ein Viertel der 3300 Kilometer Landesstraßen seien in einem schlechten Zustand, geht aus einer Bestandsanalyse des Verkehrsministeriums hervor.  Dennoch sei das Straßennetz besser als im Bundesschnitt, hatte Pegel im letzten Jahr erklärt. Rostige Träger, feuchtes Mauerwerk, bröckelnder Beton: Zudem weist jede dritte der 1259 Brücken an Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in MV so große Schäden auf, dass die „Dauerhaftigkeit“ der Bauwerke „erheblich“ beeinträchtigt oder sogar „unter Umständen nicht mehr gegeben“ ist, heißt es im 2014 vorgelegten Brückenbericht des Landes.

 

zur Startseite

von
erstellt am 20.Jan.2015 | 07:55 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen