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Mecklenburg-Vorpommern

30. Juli 2016 | 13:06 Uhr

„Dresden-Dakar-Banjul“ : 7500 Kilometer durch Europa und Afrika

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eine Challenge die es in sich hat: Mit zwei alten Autos macht sich das Team „Wüsten Duo“ auf den Weg nach Gambia

Mit 50 Teams durch sieben Länder, 7500 Kilometer in 20 Tagen – das klingt nicht nur nach einem Wettrennen der besonderen Art, vor allem klingt es nach Abenteuer pur. Die Rallye „Dresden-Dakar-Banjul“ ist ein außergewöhnliches Motorsportrennen quer durch Europa und Afrika, an dem das Team „Wüsten Duo“ aus Schwerin zum ersten Mal teilnimmt.

Die Mannschaft besteht aus Dirk Weniger, Ingo Schwark, Gerd Amtsberg und Christoph Krüger und ihren Autos: ein alter Ford Escort und ein Peugeot 806, Baujahr 1996. „Die Autos haben wir vorher selbst besorgt und soweit aufgerüstet, dass sie die lange Strecke auch bewältigen können“, erzählt Gerd Amtsberg. Und hier fängt das Abenteuer eigentlich schon an. Der Peugeot stammt aus einem kleinen Ort kurz vor der tschechischen Grenze in Sachsen. „Ich bin mit Dirk hingefahren und wir haben den Wagen von einer Familie abgeholt, die ihn uns für wenig Geld überlassen hat“, so der Schweriner. Doch schon nach 25 Kilometern auf der Rücktour der erste Schock – eine Knallpanne direkt auf der Autobahn. „Bis zum Berliner Ring lief dann alles rund. Doch danach mussten wir noch insgesamt dreimal anhalten, da der Motor zu heiß lief und wir immer wieder literweise Kühlflüssigkeit nachfüllen mussten.“ In den vergangenen Wochen wurde das Auto jedoch komplett überholt, alle Fehler behoben. „Nun läuft er, wie ein junger Gott“, fügt Gerd Amtsberg hinzu.

Am 8. November ist es soweit und die 50 Teams aus ganz Deutschland starten ab Dresden ihre 7500 Kilometer lange Tour nach Banjul, der Hauptstadt von Gambia. „Hier findet die traditionelle Versteigerung der Autos statt“, erzählt Gerd Amtsberg. Der Erlös der Versteigerung kommt verschiedenen Hilfsorganisationen sowie bedürftigen Schulen oder Krankenhäusern vor Ort zugute. „Wir haben auch viele Sachspenden im Gepäck, die wir zudem verteilen werden“, so der Schweriner. „Wer Lust hat, uns dazu noch finanziell oder auch materiell zu unterstützen, kann sich gern melden.“

Die Dresden-Dakar-Banjul-Challenge wird seit 2006 vom sächsischen Verein „Breitengrad“ organisiert und zweimal im Jahr durchgeführt. Die Rallye ist für jeden, der Lust auf Abenteuer hat und gleichzeitig etwas Gutes tun möchte. Die Organisatoren sind Afrika erfahren, sie kennen die Route in jedem Detail und werden den Konvoi begleiten. „Besonders in der Sahara ist es gut, wenn wir erfahrene Leute an unserer Seite haben.“


Tagesetappen bis zu 800 Kilometer sind zu bewältigen


Neben der abenteuerlichen und nervenaufreibenden Reise durch zwei Kontinente, müssen die Teams verschiedene Prüfungen in Sachen Orientierung und Geschicklichkeit absolvieren. Der erste Pflichttreffpunkt ist Algeciras in Spanien. Hier setzt der Konvoi mit der Fähre nach Marokko über. „Wir haben jeden Tag, Etappen von bis zu 800 Kilometer zu bewältigen“, so der Schweriner. Danach führt die Route entlang der afrikanischen Küste, über das Atlasgebirge, durch die Westsahara und schließlich für rund 600 Kilometer Off-Road durch die Wüste. „Für diese Strecke haben wir kanisterweise Benzin im Auto“, so Gerd Amtsberg. Auch sonst besteht das Gepäck eher aus nützlichen Ersatzteilen wie Ersatzräder, Werkzeug und diversen Kleinteilen, um Pannen vor Ort selbst zu beheben. „Und wir haben stiegenweise Dosensuppe und einen Campingkocher dabei.“

Einen Tag vor der Einreise in Mauretanien erhalten die Teams erst ihr Visum für das Land. „Bis dahin sollten wir alle die Grenze erreicht haben“, so der Rallye-Teilnehmer. Im Senegal ist vom Verein eine Konvoifahrt mit allen Fahrzeugen, die es bis dahin geschafft haben, organisiert. „Hier sollten wir am besten in der Kolonne bleiben und bekommen zusätzlich Polizeibegleitung bis nach Gambia“, so der Schweriner über die letzte Etappe der Rallye. Nach 20 Tagen erreichen die Teilnehmer Banjul. „Dann wird das Auto auf dem Marktplatz öffentlich versteigert.“ Danach geht es mit dem Flugzeug zurück in die Heimat. In seinem Reiseblog unter https://sites.google.
com/site/wuestenduo1
will das Team seine Erlebnisse und Erfahrungen für alle festhalten. „Es wird auf jeden Fall ein etwas anderer Jahresurlaub“, so Gerd Amtsberg. Trotz aller Probleme und Gefahren, die bei diesem Abenteuer auftreten können, kann das Team „Wüsten Duo“ seine Tour durch sieben Länder kaum noch erwarten. „Und wann hat man schon mal die Möglichkeit, mit dem Auto quer durch Marokko und Mauretanien zu fahren.“

 

 

 

 

 

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erstellt am 03.Nov.2014 | 11:50 Uhr

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