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Mecklenburg-Vorpommern

29. August 2016 | 21:51 Uhr

Demonstrationen : 250 Mvgida-Anhänger in Stralsund

vom

Zum dritten Mal sind MVgida-Anhänger am Montag zu einem „Abendspaziergang“ in Stralsund zusammengekommen. Diesmal waren es zunächst rund 250 Teilnehmer und damit deutlich weniger als beim letzten Mal in der Hansestadt vor zwei Wochen. Damals zählte die Polizei rund 600 MVgida-Demonstranten. Die Kundgebungsteilnehmer versammelten sich am Montagabend, um mit Transparenten durch das Stralsunder Stadtviertel Knieper West zu ziehen und unter anderem für eine verschärfte Einwanderungspolitik zu demonstrieren. Der Protest der Gegner des islamkritischen Bündnisses konzentriert sich auf fünf Mahnwachen, dabei zwei in Nähe der MVgida-Aufzugsstrecke. Die Polizei sichert eigenen Angaben zufolge die Veranstaltungen mit mehreren hundert Einsatzkräften ab.

„Lasse mich nicht als Ratte beschimpfen“

Bei einem „Offenen Forum“ sind am Montagabend in Schwerin etwa 40 Anhänger und Gegner der islamkritischen MVgida-Bewegung sowie interessierte Bürger erstmals miteinander ins Gespräch gekommen. Dabei wurde Kritik an der Politik laut, die Gespräche mit MVgida strikt ablehnt. Man müsse miteinander reden, hieß es immer wieder in der Runde. Ein weiteres „Offenes Forum“ soll in zwei Wochen stattfinden.

Jens Schneider von MVgida verwahrte sich dagegen, von Politikern beschimpft zu werden. Er sei auch keine Ratte, die irgendwelchen Rattenfängern hinterherlaufe. Dass MVgida-Demonstranten als Nazis bezeichnet werden, sei unerträglich. Dies wurde von mehreren Teilnehmern der Runde ausdrücklich geteilt. Es sei die Aufgabe der Politik, das Gespräch zu suchen, hieß es.

Andere distanzierten sich klar von der Sorge von Pegida und deren Ablegern in deutschen Städten vor einer angeblichen Islamisierung  des Abendlandes. Schneider wies auf die Anfänge von Pegida hin. Anlass für die Gründung seien die gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Kurden und Türken im Herbst 2014 in Hamburg gewesen. Bei den Krawallen ging es um die von IS-Terroristen bedrohte und zeitweise besetzte Stadt Kobane. Möglicherweise seien Nazis bei MVgida-Demos dabei, sagte Schneider. Doch es finde ein Selbstreinigungsprozess statt, zeigte er sich sicher.

Der Vorsitzende des Islamischen Bundes in Schwerin, Mohamed Dib Khanji appellierte, zwischen Menschen und Religionen zu unterscheiden. „Es gibt Menschen, die Schlimmes tun, nicht Religionen“, sagte er. „Was mich stört, ist, dass Pegida alles miteinander vermischt.“

 

 

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