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Mecklenburg-Vorpommern

08. Dezember 2016 | 10:57 Uhr

Organspendetag : 1000 Lebensjahre geschenkt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Spendenbereitschaft in MV hoch

Nach Berechnungen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) haben die 27 Organspender in Mecklenburg-Vorpommern in den ersten zehn Monaten dieses Jahres das Leben von etwa 100 kranken Menschen um ungefähr zehn Jahre verlängert. „Bis zu sieben Menschen können dank der Organe eines Spenders überleben“, sagte gestern Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), der seit Anfang des Monats auch für die Gesundheitspolitik des Landes zuständig ist.

Morgen findet der Organspendetag MV mit einer Fachtagung in Schwerin statt. Die Landesregierung will gemeinsam mit der DSO und der Krankenhausgesellschaft mehr Menschen dafür gewinnen, sich für eine Organspende nach dem Tod zu entscheiden. „Wer sich zu Lebzeiten für eine Organspende entschieden hat, entlastet auch die Angehörigen, die sonst diese Entscheidung treffen müssen“, so Glawe.

In Mecklenburg-Vorpommern sei die Spendenbereitschaft deutlich höher als in anderen Teilen der Bundesrepublik schätzte der Minister ein. Im vergangenen Jahr war der Nordosten mit 19,4 Organspendern auf eine Million Einwohner bundesweit sogar Spitzenreiter. Im Bundesdurchschnitt waren es 10,8 Spender.

Nach Auffassung des Wirtschaftsministers liegt die hohe Quote in Mecklenburg-Vorpommern an dem sehr gut funktionierenden Netzwerk im Land. Bereits seit 2002 hatte das Land gesetzlich geregelt, dass alle Krankenhäuser mit Intensivtherapiebetten mindestens einen Arzt zum Transplantationsbeauftragten bestellen müssen. Dieser berät und unterstützt die übrigen Beschäftigten des Krankenhauses, ist Berater für Patienten und Angehörige. Ebenfalls seit 2002 ist das Thema Organspende und Organtransplantationverbindlicher Bestandteil der Unterrichtsrahmenpläne der Klassenstufen 7 und 8 der regionalen Schulen, der gymnasialen Oberstufen sowie integrierten Gesamtschulen.

Nach Angaben der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. warten im gesamten Bundesgebiet mehr als 10 000 schwerkranke Menschen auf ein Spenderorgan. Im Durchschnitt stirbt alle acht Stunden ein Mensch auf dieser Warteliste, weil kein passendes Organ gefunden werden kann.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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