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Mecklenburg-Vorpommern

05. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Landespresseball in Rostock : 100 Prozent Glamour-Faktor

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

24. Landespresseball in Rostock mit 1000 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien des Landes

Die Welt ist eine Scheibe, die amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton eine Außerirdische und Flüchtlinge rauben Ziegen aus Deutschen Streichelzoos – klingt absurd? Vielleicht, weil nichts davon wahr ist. Am Rande des Landespresseballes Mecklenburg-Vorpommern am Sonnabend in Rostock wurde nicht nur zur Musik der TV Total Band „Heavytones“ getanzt, sondern auch über den Wahrheitsgehalt von Nachrichten gesprochen. Joachim Böskens, Chefredakteur von NDR1 Radio MV, verdeutlicht: „Nicht jeder, der ein Handyvideo ins Netz stellt, ist ein Journalist.“ Journalismus sei eine Berufung – und zwar eine mit gesellschaftlichen Aufgaben. Journalisten sollten kritisch sein, hinterfragen, Sachverhalte in einen Kontext stellen und Institutionen wie der Politik genauestens auf die Finger schauen. „Wer nachbohrt, auch wenn es schon weh tut, ist auf dem Olymp des Journalismus angekommen“, sagt Böskens und lobte damit den diesjährigen Medienpreis-Gewinner Max-Stefan Koslik.

Knapp 1000 Gäste, darunter Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und natürlich der Medien feierten die 24. Auflage des Landespresseballs, darunter auch Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD), Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und Dr. Christian Frenzel (SPD), Chef der Staatskanzlei. Das Glamour-Event bringt Menschen, die sich oft nur auf professioneller Ebene kennen, in entspannter Atmosphäre zusammen – oder von Michael Seidel, dem Vorsitzenden des veranstaltenden Presse-Clubs, anders formuliert: „Das Jahr über streiten wir manchmal wie die Kesselflicker miteinander, aber heute trinken wir gemeinsam ein Bier.“

In der 2016-Ausgabe wurde das Konzept des Presseballs entstaub, eine neue Veranstaltungsagentur gewählt und die Stadthalle als Austragungsort gebucht. Die Schirmherrschaft übernahm Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD), die am Vorabend mit ihrem Mann Stefan noch einmal in der privaten Küche zwischen Babydecke und Esstisch den Wiener Walzer übte. Das Paar hätte sich schon lange auf die berauschende Ballnacht gefreut, schließlich gäbe es in MV nicht jeden Tag so eine große Sause. Und obwohl der Spaß im Vordergrund, betonte Ministerin Schwesig auch die Bedeutung der Presse: „Journalisten sprechen Dinge kritisch an. Sie müssen schnell sein, gut recherchieren und darüber hinaus noch den Zahlen gerecht werden. Das ist nicht immer einfach. Doch die Wahrheit und eine freie Presse sind das wichtigste in diesem Land.“

Max-Stefan Koslik Foto: Cordes
Max-Stefan Koslik Foto: Cordes
 

Medienpreis geht an SVZ-Journalisten

Der diesjährige Medienpreis des  Presse-Clubs Mecklenburg-Vorpommern ging an den Journalisten Max-Stefan Koslik. Am Sonnabend nahm der 58-Jährige auf dem Landespresseball die Auszeichnung entgegen.  Der Stellvertretende Chefredakteur der Schweriner Volkszeitung ist seinem Blatt seit mehr als 30 Jahren verbunden. Seit der Wende 1989 ist er Landtagskorrespondent.

„Mein Kollege ist ein Urgestein der Parlamentsberichterstattung“, sagt der Vorsitzende des Presse-Clubs und Chefredakteur der SVZ, Michael Seidel. „Die Wahl war einstimmig.“ Honoriert wurden unter anderem die jüngste Wahlberichterstattung des Geehrten zur Landtagswahl Anfang September sowie Kosliks satirischer landespolitischer Wochenrückblick „Woche für Woche“.

„Spannend ist für mich, dass ich mit Politikern wie Till Backhaus, Lorenz Caffier oder Helmut Holter gemeinsam nach der Wende in die Demokratie und in die freie Berichterstattung gegangen bin“, sagt Koslik.  Verbrüdern dürfe man sich aber nicht mit der Politik, so der Journalist.  „Mit meiner Kolumne  versuche ich, den nötigen Abstand zwischen mir und den Politikern zu erhalten.“ 

Koslik stammt aus Thüringen, studierte Journalismus und Fotografie in Leipzig.  Während der Wende war er auch  bei der Nachrichtenagentur dpa  und bei der Mecklenburger Morgenpost aktiv. 

 

 

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erstellt am 06.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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