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Brandenburg

27. September 2016 | 15:51 Uhr

Drogen : Sorge über „Legal Highs“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sie kommen harmlos als Kräutermischungen oder Badesalze daher, sind aber gefährlich wie illegale Drogen

Die Polizei warnt vor dem Konsum sogenannter „Legal Highs“. Die als Kräutermischung oder Badesalz getarnten neuen Rauschmittel hätten sich zu einem gefährlichen Phänomen entwickelt, sagte Peter Urban vom Brandenburger Polizeipräsidium. „Diese gelten offiziell zwar nicht als Drogen, sind aber hochtoxisch mit verheerenden Folgen für die Gesundheit“, erklärte die Geschäftsführerin der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen, Andrea Hardeling.

Neben Panikattacken und Halluzinationen können sich nach dem Genuss schwerwiegende Herz-Kreislauf-Probleme, Krämpfe oder komatöse Zustände einstellen. Schwierig sei die Lage auch, weil die neuen Rauschmittel auf eine neugierige, experimentierfreudige und meist jüngere Käuferklientel treffen. Dies können gerade in Niedersachsen bekannt gewordene Fälle belegen.

In Hannover hatten sich vor kurzem 16 Menschen nach dem Konsum massive „Legal-High“-Vergiftungen zugezogen. Eine 23-Jährige schwebte zwischenzeitlich sogar in Lebensgefahr. „Die Einnahme ist wie Russisches Roulette: Man weiß eigentlich nie, welche Substanzen sich in welcher Konzentration in den Kräutermischungen befinden. Die Wirkung ist absolut unberechenbar“, erklärte Urban. 2008 tauchte die Sorte „Spice“ erstmals in großem Stil in Deutschland auf. Ermöglicht wurde das durch eine neue Qualität des Handels. Heute besteht laut Urban eine professionelle und globalisierte Fertigungs- und Vermarktungskette. Die „Neuen psychotropen Substanzen“ (NPS) – so der eigentliche Name der „Legal Highs“ – produziere man nicht mehr in geheimen Kellerlaboren. Vielmehr handele es sich um in Fernost professionell und industriell gefertigte Massenprodukte von hoher chemischer Qualität, die auch über das Internet vertrieben werden. Dies führe zu niedrigen Preisen von bis zu zehn Euro das Gramm.

Substanzen zu verbieten ist nach Urbans Angaben nicht so leicht, da die Hersteller auf ein drohendes Verbot sofort reagierten und die Zusammensetzungen ihrer Mischungen veränderten. Obwohl „Legal Highs“ oft als Amphetaminersatz angepriesen würden, seien Drogenfahndern häufig die Hände gebunden, da diese Substanzen nicht verboten seien und höchstrichterliche Entscheidungen hierzu vorliegen. Zuletzt hat der Europäische Gerichtshof im Juni 2014 festgestellt, dass „Legal Highs“ nicht mehr unter Arzneimittelgesetze fallen.

Bisher wurden von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht 105 neue synthetische Substanzen entdeckt, die 14 Stoffklassen zuzuordnen sind. Allein 2013 wurden dabei 29 erstmals aufgetretene synthetische Substanzen ausgemacht. Mit Stand Ende August 2014 konnten nur 31 Stoffe verboten werden.

 

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erstellt am 02.Feb.2016 | 05:00 Uhr

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