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Großeinsatz in Fürstenberg : SEK entwaffnet Reichsbürger

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Verwaltungsgericht Potsdam entzieht Waffenscheine – Großaufgebot der Polizei

50 Polizeibeamte haben gestern das Grundstück eines 57-jährigen „Reichsbürgers“ in Fürstenberg (Oberhavel) nach erlaubnispflichtigen und erlaubnisfreien Schusswaffen sowie Munition durchsucht. Beteiligt waren Beamte eines Spezialeinsatzkommandos und der Bereitschaftspolizei. Das Verwaltungsgericht Potsdam hatte erstmals auf Antrag der Waffenbehörde der Polizeidirektion Nord die Waffenbesitzkarten widerrufen und ein generelles Waffenbesitzverbotes gegen den „Reichsbürger“ ausgesprochen. Begründet wurde dies damit, dass dieser Personenkreis die Gesetze der Bundesrepublik für sich nicht bindend anerkennt und damit als unzuverlässig im Sinne des Waffengesetzes gilt.

Um der Gefahr vorzubeugen, dass der Betroffene seine Waffen bzw. seine Waffenbesitzkarten nicht oder nur teilweise freiwillig herausgibt oder sogar missbräuchlich anwendet, erfolgte die Durchsuchung nach Polizeiangaben ab 6 Uhr. Im Wohnhaus wurden der Betroffene und eine 65-jährige Frau vorläufig festgenommen. Anschließend wurde dem Mann der Widerruf der Waffenscheine übergeben. Beamte entdeckten drei versteckte Waffen, darunter eine Schreckschusswaffe. Der 57-Jährige übergab sechs weitere Waffen, die er in einem Waffenschrank in der Wohnung einer 48-jährigen Bekannten in Zehdenick verwahrt hatte. Da diese über keine waffenrechtliche Erlaubnis verfügt, wurde eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz gefertigt. Die Waffenbesitzkarten, Jagdscheine, Waffen und Munition wurden sichergestellt.

Zudem entdeckten die Beamten 45 getrocknete Cannabispflanzen.

Die 65-Jährige wurde von der Staatsanwaltschaft Berlin gesucht. Sie hatte einen Strafbefehl des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten wegen Volksverhetzung über 1800 Euro nicht bezahlt und muss – da sie das Geld nicht aufbrachte - 80 Tage Ersatzfreiheitsstrafe in einer Justizvollzugsanstalt absitzen. Die Strafverfahren führen die Polizeidirektion Nord und die Staatsanwaltschaft Neuruppin gemeinsam. 

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