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Brandenburg

07. Dezember 2016 | 13:29 Uhr

Conergy : Rückkehr der Solarindustrie

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Genau zehn Jahre ist es her, dass Conergy den Bau einer Solarfabrik in Frankfurt (Oder) bekannt gab

„Wer sich nur auf staatliche Subventionen einlässt und zudem den Wettbewerbsvorsprung nicht hält, kann scheitern“, sagte Raimund Becker, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit. Er hatte die Entwicklung der Solarbranche in der Oderstadt verfolgt und sprach von einem Auf und Ab, wie es kaum eine andere deutsche Region in den vergangenen Jahren erlebt habe.

Conergy hatte zu Spitzenzeiten in Frankfurt 750 Mitarbeiter. Ende 2013 wurde die Fabrik aus der Insolvenz von der chinesischen Chint-Gruppe übernommen und heißt seither Astronergy Solarmodule GmbH. „Ohne die Mitarbeit der Arbeitsagentur gebe es diese Fabrik nicht mehr“, konstatierte Astronergy-Geschäftsführer Thomas Volz. Nur durch die „unübliche Entscheidung“, im Insolvenzverfahren Kurzarbeitergeld zu zahlen, konnten die Übernahmeverhandlungen positiv abgeschlossen werden, heißt es auch bei der Arbeitsagentur. Damit sei ein Unternehmen gesichert worden, dass heute nach Firmenangaben 260 Mitarbeiter und 50 Leiharbeiter beschäftigt.

Mit dem Großauftrag zur Produktion von Photovoltaikanlagen für Bangladesch könnten es noch mehr werden. Was die Ende 2012 stillgelegten Solarfabriken von First Solar betrifft, haben von einst 1200 Beschäftigten wieder 1000 einen Job – aber meist in anderen Branchen wie der Pflege.

Bei Astronergy wurden inzwischen weit mehr als vier Millionen Solarmodule gefertigt. Der Chef der Frankfurter Arbeitsagentur, Jochem Freyer, sprach von einem wichtigen Industriebetrieb. Er verwies darauf, dass in Ostbrandenburg nur zwölf Prozent der Arbeitskräfte in der Industrie arbeiten. In anderen Regionen sei der Anteil doppelt so hoch. „Wir müssen in der Produktion immer wieder Arbeitsplätze besetzen“, sagte Volz. „Wir stehen in Konkurrenz mit Berlin, da ist durchaus ein Fachkräftemangel zu spüren.“

Becker verwies darauf, dass die Arbeitslosigkeit in der Region binnen zehn Jahren von 17 auf rund sieben Prozent sank. Heute stehe daher die Frage, wie man den Fachkräftemangel in den Griff bekommt. Frankfurt als „Tor von Brandenburg Richtung Polen“ könnte noch stärker von Arbeitskräften aus dem Nachbarland profitieren.

Derzeit gehen im Frankfurter Agenturbezirk – der von der Oder bis zum Berliner Stadtrand reicht – mehr als 2000 Polen einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nach, unter anderem im Onlinehandel. Auch Flüchtlinge könnten laut Raimund Becker in gewissem Maße helfen, die Lücken auf dem Stellenmarkt zu füllen. Im Frankfurter Agenturbezirk wurden bereits 84 Migranten in Arbeit oder Ausbildung integriert.  

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erstellt am 19.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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