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Brandenburg

07. Dezember 2016 | 17:24 Uhr

Politik : Regierung steigt in der Wählergunst

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wähler billigt der Linken auf wesentlichen Politikfeldern kaum noch Kompetenzen zu

Die Brandenburger sehen die Arbeit der rot-roten Landesregierung mehrheitlich positiv. Das zeigt die jüngste Umfrage von infratest dimap im Auftrag des rbb-Nachrichtenmagazins „Brandenburg aktuell“ und der „Märkischen Oderzeitung“.

57 Prozent der Befragten geben an, dass sie zufrieden oder sehr zufrieden sind mit dem, was das Team um Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) abliefert. Das ist weniger als vor zwei Jahren, als die Werte noch bei 60 Prozent lagen, aber der Abwärtstrend, der seitdem eingesetzt hatte und im Mai dieses Jahres Zustimmungswerte von 54 Prozent hervorbrachte, ist erst einmal gestoppt.

Weniger oder gar nicht zufrieden sind 31 beziehungsweise sieben Prozent der Befragten. Vor einem halben Jahr gaben noch neun Prozent an, gar nicht und 32 Prozent weniger zufrieden zu sein. Im bundesweiten Vergleich liegt die Brandenburger Regierungskoalition im Mittelfeld.

Die Aufschlüsselung nach Wählerpräferenzen zeigt, dass die Anhänger der SPD mit 77 Prozent der Regierung die besten Noten geben. Erstaunlicherweise kommen dahinter die potenziellen Wähler der CDU. Drei Prozent geben an, sehr zufrieden zu sein, 66 Prozent sind immerhin noch zufrieden. Vor einem halben Jahr lag der Wert zehn Punkte niedriger.

Im Lager der Linken ist man nicht so euphorisch. Nur zwei Prozent sind sehr zufrieden und 59 Prozent zufrieden. Die Unzufriedenheit ist bei den Wählern der Linken mit 33 Prozent fünf Punkte höher als bei denen der Christdemokraten. Von den Anhängern der Grünen sind 32 Prozent zufrieden und 66 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden. Die größte Ablehnung der rot-roten Regierungsarbeit findet sich bei den potenziellen Wählern der AfD. Hier gibt zwar ein Prozent an, sehr zufrieden und 19 Prozent zufrieden zu sein, 42 Prozent sind jedoch weniger und 31 Prozent gar nicht zufrieden.

Der Wähler billigt der Linken zudem auf wesentlichen Politikfeldern kaum noch Kompetenzen zu. Wenn es um Problemlösungen geht, verliert auch die SPD an Zustimmung, hat aber überall die Nase vorn, außer beim Thema Wirtschaft.

Die SPD ist die Partei, die die wichtigsten Probleme des Landes lösen kann. So sehen es 36 Prozent der Befragten laut der Umfrage. Vor zwei Jahren lag der Wert für die Sozialdemokraten noch bei 44 Prozent. Der CDU trauen 21 Prozent allgemeine Problemlösungskompetenz zu, der Linken sieben, den Grünen drei und der AfD ein Prozent. 28 Prozent gaben keine Antwort. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren.

Ein Blick auf das Alter zeigt, dass die Sozialdemokraten vor allem bei Menschen jenseits der 65 einen Vertrauensbonus genießen. Von ihnen sagten 44 Prozent, dass die Regierungspartei die wichtigsten Probleme lösen könne. Mit großem Abstand folgen hier die Christdemokraten mit 14 Prozent und die Linken mit acht.

38 Prozent trauen der SPD zu, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen – der Linken nur 22 Prozent. Der Wert der kleineren Regierungspartei sank auf diesem Feld um elf Punkte, obwohl die Partei mit Diana Golze das Sozialministerium führt. Bei der Bildungspolitik sackte die Linke von 23 auf 14 Prozent ab und bei der Bekämpfung der Kriminalität und in Sachen Wirtschaftspolitik gestehen nur je fünf Prozent der Wähler den Linken Kompetenzen zu.

Bei der Frage nach der ökonomischen Kompetenz überflügelte die CDU die SPD. Die lag 2014 noch mit 39 Prozent vorn. Seit die Sozialdemokraten nach der Landtagswahl das Ressort mit Albrecht Gerber als Minister übernahmen, sackte der Wert auf 31 Prozent ab. Die CDU legte leicht zu und liegt nun mit 38 Prozent vorn.

Bei der Kriminalitätsbekämpfung gestehen die Wähler der SPD (30 Prozent) geringfügig mehr Kompetenz zu als der CDU (28). In der Bildungspolitik hat die SPD mit 35 Prozent die Nase vorn vor der CDU, die mit 22 Prozent die Linke überflügelt.

Die Grünen kommen über vier Prozent bei den Themen soziale Gerechtigkeit und Schulpolitik nicht hinaus. Der AfD bescheinigen sechs Prozent der Befragten, die Kriminalität am besten bekämpfen zu können. Die Wähler der Partei sehen in der Schulpolitik, auf den Gebieten der Wirtschaft und der sozialen Gerechtigkeit nicht die AfD, sondern die anderen Parteien als kompetenter an. Das dürfte unterstreichen, dass sie nach wie vor in erster Linie als Protestpartei angesehen wird.

Bei der Sonntagsfrage, wen man wählen würde, wenn am Wochenende Urnengang wäre, gaben fünf Prozent an, nicht wählen zu gehen. Zwei Prozent würden ungültig wählen, weitere zwei Prozent machten keine Angaben und 16 Prozent haben sich noch nicht entschieden. Interessant dabei ist, dass die 35- bis 49-Jährigen mit 20 Prozent besonders unentschlossen zu sein scheint.

In früheren Umfragen fanden unter den jungen Wählern CDU und Grüne überdurchschnittlich viel Anklang. In der aktuellen Erhebung liegt die SPD bei Wählern bis 34 Jahre mit 30 Prozent knapp vor der CDU mit 29 Prozent. Die Linke liegt mit 19 Prozent immerhin zwei Punkte über ihrem Gesamtwert. Die Grünen scheinen mit sieben Prozent nicht sonderlich punkten zu können. Sie haben die besten Werte mit 13 Prozent in der Altersgruppe zwischen 35 und 49 Jahren. Die AfD wiederum kommt bei jungen Wählern nur auf sechs Prozent und liegt in der nächsthöheren Altersgruppe bei 18 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen bei 21 Prozent und bei den Rentnern bei 16 Prozent.  

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erstellt am 02.Dez.2016 | 05:00 Uhr

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