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Produktion gestartet : Probebetrieb angelaufen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Zwei Jahre nach verheerendem Brand nimmt der Automobilzulieferers Boryszew in Prenzlau wieder die Produktion in neuer Halle auf.

Die Zeit der Provisorien ist vorbei: Zwei Jahre nach einem verheerenden Brand ist die Produktion in dem neuen Prenzlauer Werk des polnischen Automobilzulieferers Boryszew probeweise wieder angelaufen. „Wir schauen, ob alle Teile in der von der Autoindustrie geforderten Qualität sind“, sagte Boryszew-Chef Jaroslaw Michniuk gestern. Wenn Abnehmer wie der VW-Konzern grünes Licht geben, starte in Kürze die Serienproduktion, unterstrich der Vorstandsvorsitzende.

In Prenzlau werden verchromte Spritzgussteile wie Türgriffe oder Zierleisten für Autohersteller gefertigt. Die Auftragslage sei gut, so Michniuk, auch weil Audi, VW und Toyota den Polen in ihrer Notlage die „Stange gehalten“ hätten.

Mehr als 21 Millionen Euro wurden laut Michniuk in den Wiederaufbau investiert, 4,2 Millionen Euro davon kamen vom Land. 350 Mitarbeiter stehen bei Boryszew in Lohn und Brot, 60 mehr als vor zwei Jahren.

Das Feuer vor zwei Jahren hatte große Teile der Produktionsstätte zerstört. „Wir hatten nach dem Feuer 2015 nur einen sehr schmalen Zeitkorridor, um wieder in die Produktion in Prenzlau einsteigen zu können“, betonte Standortleiter Lutz Suhrbier. Wegen des gut ausgebildeten Personals sei in der Warschauer Boryszew-Zentrale schnell entschieden worden, den uckermärkischen Standort wiederaufzubauen. „Solche Fachkräfte wie hier sind handverlesen. Deshalb war das ,Ja’ zu Prenzlau nicht schwer“, fügte Suhrbier hinzu. „Wir galvanisieren Plastikteile, überziehen sie mit einer Chromschicht. Das kann vor allem in der Stückzahl und in der Qualität nicht jeder“, hob Produktionsleiter Matthias Knyrim hervor. Daher sei auf „Biegen und Brechen“ die Produktion aufrechterhalten worden.

In einem nicht abgebrannten Betriebsteil lief die Fertigung in beschränktem Maße weiter. Zudem wurde die Herstellung an andere Standorte wie nach Herford (Nordrhein-Westfalen) verlagert. „Ich bin montags zwei Jahre 500 Kilometer nach Westen und freitags die Strecke retour nach Prenzlau gefahren. Das war eine harte Zeit“, erklärte Systemtechniker Sven Fleischmann. Jetzt sei er wieder ganz und gar zu Hause. „Ich kann meinen Chefs und allen, die am Wiederaufbau beteiligt waren, gar nicht genug danken“, unterstrich Fleischmann.

„Mir ist so ein Stein vom Herzen gefallen“, ergänzte Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos). Er hat jetzt einen seiner größten Gewerbesteuerzahler wieder. „Wahnsinn, dass in unter zwei Jahren die 16 000 Quadratmeter Halle mit alle den notwendigen Genehmigungen entstanden ist. Da haben wirklich alle an einem Strang gezogen“, sagte er. Für Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) ist das Bekenntnis von Boryszew zur Uckermark ein echter Lichtblick. Mit dem insolventen Eberswalder Bahnwerk und dem von der Schließung bedrohten Tramper Werk des Windkraftanlagen-Herstellers Senvion habe er in der Region genügend Gegenbeispiele.

In diesem Jahr will Boryszew in Prenzlau einen Umsatz von 34 Millionen Euro erwirtschaften. Pro Monat sollen eine Million fertige Teile das Werk verlassen. Deutschlandweit beschäftigt die polnische Firma 2500 Mitarbeiter. Im Heimatland sind es mehr als 5000. Dort sei Boryszew neben der Autoindustrie auch im Metallsektor aktiv.

 

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erstellt am 20.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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