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Brandenburg

05. Dezember 2016 | 05:30 Uhr

Brandenburg : Polizei rüstet gegen Diebe auf

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ermittler fordern Banken zu mehr Sicherheit auf

In Brandenburg haben sich die Angriffe auf Geldautomaten verdreifacht. Mit einem gescheiterten Versuch in der Nacht zum Freitag in Frankfurt (Oder) stieg die Zahl auf 24 in diesem Jahr an. 2015 registrierte die Polizei insgesamt nur neun Fälle.

Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke teilte gestern in Potsdam mit, man habe auf die neue Lage mit der Einrichtung einer Arbeitsgruppe reagiert. Die Besondere Aufbauorganisation soll zunächst mit zehn Ermittlern und sogenannten Auswerter ausgestattet werden. In den vergangenen Wochen hatten sich die Angriffe auf Geldautomaten vor allem in Ostbrandenburg gehäuft. Einsätze gab es unter anderem in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree), Forst (Spree-Neiße) und Lübben (Dahme-Spreewald).

Trotz der steigenden Zahlen lobte der Polizeichef die Arbeit seiner Ermittler. Er sprach von großen Fortschritten. Seinen Angaben zufolge seien die Täter aus verschiedenen Ländern polizeilich bekannt. Eine Festnahme könne jedoch noch nicht erfolgen, weil man keine Kenntnisse über den Aufenthaltsort der Männer habe. In Frankfurt war in der Nacht zum Freitag ein Diebstahl bei der Commerzbank vereitelt worden. Ein Wachmann war auf die Täter aufmerksam geworden. Als er sie ansprach, entfernten sie sich rasch vom Tatort. „So ein Angriff dauert in der Regel fünf Minuten“, erklärte Polizeisprecher Torsten Herbst. Unterwegs seien meist drei Männer, die zwei Gasflaschen im Gepäck hätten. Polizeipräsident Mörke bezeichnete die Täter als „skrupellose Typen, die das Leben von Menschen riskieren“. Als Beispiel nannte er einen Fall aus Lübben. Dort hatten die Diebe in der vorigen Woche so viel Gas in einen Geldautomaten eingeleitet, dass es zu einer heftigen Explosion kam. Dabei wurden auch Nebengebäude und das Rathaus beschädigt.

„Die Täter testen bei jedem Übergriff die optimale Dosis für eine erfolgreiche Explosionen“, hieß es zur Erklärung. Werde zu wenig Gas eingeleitet, kämen sie nicht an die Geldkassette im Inneren der Automaten. In Forst machte Anfang August eine Farbpatrone das erbeutete Geld unbrauchbar.

Polizeipräsident Mörke appellierte an die Geldinstitute im Land. Er forderte die Banken auf, in mehr Sicherheitstechnik zu investieren. Manche Standorte seien nicht einmal mit Videokameras ausgestattet, sagte der Behördenleiter. Andere Kameras seien so veraltet, dass die Bilder für eine erfolgreiche Fahndung nicht geeignet seien. Um die Situation zu ändern, habe die Polizei die Geldinstitute wiederholt zu Informationsveranstaltungen eingeladen. Die Sprecherin des Ostdeutschen Sparkassenverbands, Cosima Ningelgen, versicherte, dass die Sparkassen sehr wohl Sicherheitsvorkehrungen getroffen hätten. Man spreche nur nicht darüber, um Dieben keine Informationen zu liefern. Beate Bias

 

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erstellt am 14.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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