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Brandenburg

09. Dezember 2016 | 20:23 Uhr

Gunther von Hagen : Plastinate-Herstellung in Guben soll wachsen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Leichenpräparator Gunther von Hagens eröffnete vor zehn Jahren seine Plastinate-Werkstatt

Zehn Jahre nach der Eröffnung der Plastinate-Werkstatt des umstrittenen Leichenpräparators Gunther von Hagens in Guben (Spree-Neiße) soll der Standort weiter wachsen. Es sei geplant, die Mitarbeiterzahl zu erhöhen, teilte die Gubener Plastinate GmbH gestern mit. Derzeit stellten ungefähr 55 Mitarbeiter anatomische Plastinate aus menschlichen Körpern her. Mehr als 90 Prozent von diesen würden für Universitäten weltweit produziert. Bekannt sind die Plastinate durch die seit langem umstrittenen „Körperwelten“-Ausstellungen.

Am Standort Guben unmittelbar an der Grenze zu Polen können die Besucher in einer gläsernen Werkstatt - dem Plastinarium - die Herstellung mitverfolgen. Die Plastinate-Firma, die auch Tierkörper präpariert, stellt sich nach eigenen Angaben darauf ein, dass die Nachfrage nach anatomischen Plastinaten weiter steigen wird.

Geschäftsführer Rurik von Hagens erläuterte, dass die Schwerpunkte in den USA und im Nahen und Mittleren Osten lägen. Derzeit können in Guben monatlich demnach bis zu fünf Ganzkörperplastinate hergestellt werden.

Gunther von Hagens' Ehefrau und Kuratorin des Plastinate-Museums in Berlin, Angelina Whalley, ergänzte, dass es in Deutschland zunehmend anatomische Institute gebe, die darüber nachdenken, die anatomische Präparation einzustellen. Ein plastiniertes Präparat sei dazu eine Alternative.

Die Kritiker des Leichenpräparators von Hagens sehen in dem Konservierungsverfahren die Menschenwürde verletzt. In Berlin öffnete im Jahr 2015 ein Museum mit seinen Plastinaten am Alexanderplatz die Türen. Der Bezirk Mitte wollte das von Beginn an verhindern mit der Argumentation, dass die ausgestellten Körper auch nach dem Konservierungsverfahren Leichen seien und deshalb laut Gesetz bestattet werden müssten.

Nach Gerichtsurteilen passte das Museum seine Schau an und es gab einen Betreiberwechsel. Der Bezirk Mitte hält die Ausstellung nach wie vor für genehmigungspflichtig und hat den Betreiber mit einer „letzten Frist“ zur Stellungnahme aufgerufen, hieß es gestern auf Anfrage. Nach Betreiberangaben gibt es derzeit keine Gespräche mit dem Bezirk.

 

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erstellt am 18.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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