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Brandenburg

07. Dezember 2016 | 21:16 Uhr

Deutscher Umweltpreis : Pioniere beim Recycling von Beton

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburger Professorin Angelika Mettke und zwei weitere Unternehmer für ihre nachhaltigen Produkte ausgezeichnet

Ein „Fairphone“ und recycelter Beton: Drei Hersteller nachhaltiger Produkte werden in diesem Jahr mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet – darunter ist auch eine Professorin aus Brandenburg. Wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gestern in Osnabrück mitteilte, teilen sich die Bauingenieurin Angelika Mettke aus Cottbus, der Amsterdamer Unternehmer Bas van Abel und der Unternehmer Walter Feeß aus Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg) die mit 500 000 Euro dotierte Auszeichnung.

Die 64 Jahre alte Angelika Mettke ist Professorin an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Mettke und Feeß gelten als Pioniere beim Recycling von Beton. Van Abel wird für die Entwicklung des „Fairphones“ gewürdigt, eines Smartphones, das speziell mit Blick auf Ressourcensparsamkeit und soziale Verantwortung in der Produktionskette entwickelt wurde. Die drei Preisträger erhalten die Auszeichnung am 30. Oktober in Würzburg aus den Händen von Bundespräsident Joachim Gauck.

Mettke und Feeß haben nach Ansicht der Preis-Jury eingefahrene Strukturen in der Rohstoffwirtschaft durchbrochen. Beide seien Vorreiter der Baubranche, weil sie Beton umweltverträglicher gemacht hätten. Für konventionellen Beton müssten Schotter und Kies in großen Gruben abgebaut werden, was einen immensen Flächenverbrauch bedeute.

Der Transport der Rohstoffe zu den Baustellen bedeute wegen der Abgase eine große Belastung für das Klima.

Mettke machte sich einen Namen mit dem Recycling von Plattenbauten. Sie verbinde modernes Bauen und nachhaltigen Umweltschutz in einer bemerkenswert engagierten Weise, würdigte DBU-Chef Heinrich Bottermann.

„Selbst zu einer Zeit, als Rohstoff-Engpässe noch keine nennenswerte Rolle spielten, vertrat sie ihre Anliegen hartnäckig und machte Umweltprobleme aus Abriss- und Rückbauprozessen für eine breite Öffentlichkeit zugänglich.“ Mit ihrer Hilfe seien neue Einsatzfelder für Recycling-Beton entwickelt worden. Zu ihren Erfolgen gehöre, dass der Berliner Senat 2013 beschloss, bei öffentlichen Bauvorhaben anteilig Recycling-Beton im Hochbau zu verwenden.

Der 62 Jahre alte gelernte Bautechniker und Unternehmer Walter Feeß habe bereits vor 20 Jahren den Grundstein für ein innovatives Verfahren gelegt, Altbeton zu schreddern und zu kleinteiligem Material zu verarbeiten. „Mit innovativem Unternehmergeist entwickelte Walter Feeß als Pionier Recycling-Baustoffe aus Altbeton und Bauschutt“, sagte Bottermann. Mit seinem Familienunternehmen leiste er einen aktiven Beitrag zum Naturschutz.

Für die Mobiltelefon-Branche sei das „Fairphone“ ein Wegbereiter zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit, begründet die Deutsche Bundesstiftung Umwelt die Auszeichnung van Abels. Der 39-Jährige ist Gründer und Geschäftsführer von Fairphone. „Beim Umgang mit Handys und Smartphones, von denen es mehr auf der Erde gibt als Menschen, brauchen wir dringend einen Wandel“, sagte DBU-Generalsekretär Bottermann.

Die Geräte seien mit wertvollen Metallen und Komponenten bestückt, die vielfach nur unter großen Umweltbelastungen gewonnen werden könnten. Der Nutzungszyklus der Geräte sei aber sehr kurz - die meisten Mobilgeräte würden schon nach wenigen Jahren ausgemustert oder weggeworfen, obwohl sie noch funktionsfähig seien. Die Geräte seien oft auch nicht reparaturfreundlich aufgebaut. Das „Fairphone“ sei hingegen ein Smartphone, das möglichst geringe Umweltschäden anrichten solle und das ohne Ausbeutung von Menschen hergestellt werde.

 

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erstellt am 13.Okt.2016 | 04:45 Uhr

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