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Brandenburg

09. Dezember 2016 | 10:44 Uhr

Ladenöffnungszeiten : „Nicht nur die Großen profitieren“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gegen den Widerstand der Gewerkschaften wurden 2006 auch in Brandenburg die Öffnungszeiten an Werktagen freigegeben.

Zehn Jahre nach der weitgehenden Freigabe der Ladenöffnungszeiten hat der Handelsverband Berlin-Brandenburg eine positive Bilanz gezogen. „Da profitieren nicht nur die Großen, sondern auch die kleinen Händler, die je nach Bedürfnis ihrer Kunden viel flexibler öffnen können“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Günter Päts. Nach Angaben von Päts sind auch die Umsätze im Handel gestiegen. „Dabei ist aber schwer auszumachen, ob dies an den längeren Öffnungszeiten liegt oder an der insgesamt gestiegenen Kaufkraft.“

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sieht dagegen in erster Linie negative Folgen. „Nur die Großen in der Branche haben Interesse an langen Öffnungszeiten, die Kleinen können sich das nicht leisten“, sagte Gewerkschaftssprecher Andreas Splanemann. Zudem zeige sich, dass viele Unternehmen ab 19 Uhr die Lohnschraube nach unten drehten. „Da gehen die Fachkräfte, und es übernehmen schlechter bezahlte Verkäufer.“ Es sei zu befürchten, dass viele gut bezahlte Arbeitsplätze wegfielen.

Die gesetzlich mögliche 24-Stunden-Öffnung habe sich in der Region aber nicht durchgesetzt, sagte Splanemann. „Dafür ist das Einkaufsverhalten der Bevölkerung hier doch zu konservativ – nach 22 Uhr wird es dann zappenduster.“

Die Landesregierung unternimmt derzeit einen Vorstoß, dass einer der sechs erlaubten verkaufsoffenen Sonntage pro Jahr unterschiedlich auf bestimmte Stadtteile verteilt werden kann. So sollen in einer Stadt mehr als die sechs verkaufsoffenen Sonntage ermöglicht werden. Dies ist ganz im Sinne des Handelsverbands. „Beim Online-Shopping laufen die meisten Klicks an Sonntagnachmittagen“, sagte Päts. „Wir wären glücklich, wenn uns an den Sonntagen auch mehr ermöglicht wird.“ Doch die Gewerkschaft kämpft vehement gegen eine weitere Aufweichung des Verkaufsverbots an Sonntagen. Aus Sicht von Verdi ist der arbeitsfreie Sonntag ein Grundrecht, das den Beschäftigten zustehe.70 Prozent der Beschäftigten seien weiblich, sagte Splanemann. „Und alle Beschäftigten brauchen am Wochenende die Zeit für die Familie.“

 

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