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Brandenburg

02. Dezember 2016 | 23:18 Uhr

Mehr Flüchtlingskinder vermisst

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Viele vor Krieg, Verfolgung und Not Geflohene suchen zuerst eine sichere Unterkunft – Nicht immer finden die Familien sofort zusammen

In Brandenburg werden immer mehr unbegleitete Flüchtlingskinder als vermisst gemeldet. Derzeit hat die Polizei keine Kenntnisse über den Aufenthalt von 206 Minderjährigen, wie das Innenministerium mitteilte. 2015 wurden laut Statistik des Bundeskriminalamtes (BKA) 138 Kinder als vermisst geführt, ein Jahr zuvor waren es erst sechs. In Brandenburg gelten aktuell 567 Menschen als vermisst.

Von den vermissten Flüchtlingskindern, die ohne Familienangehörige oder Begleitpersonen in die Mark kamen, stammen knapp 90 aus Afghanistan, 30 aus Somalia und 25 aus Syrien. Wie eine Sprecherin des Ministeriums sagte, gilt als vermisst, wer seinen gewohnten Lebenskreis verlassen hat, dessen Aufenthalt unbekannt ist und für den eine Gefahr für Leib und Leben besteht.

Laut BKA waren am 1. September bundesweit 9002 unbegleitete Flüchtlingskinder als vermisst gemeldet, davon 918 im Alter bis zu 13 Jahren, 2013 erst knapp 200. Eine BKA-Sprecherin sagte, viele Kinder hätten sich auf den Weg gemacht, um Eltern, Verwandte oder Bekannte in anderen deutschen Städten oder im europäischen Ausland zu treffen.

Es komme oft zu Mehrfachregistrierungen, wenn unbegleitete Flüchtlingskinder die Unterkunft unangekündigt verlassen und sich anderswo erneut bei den Behörden melden, so die Sprecherin. Kommen Kinder und Jugendliche bei Angehörigen oder Verwandten in Deutschland oder im Ausland an, erhielten deutsche Behörden, die eine Vermisstenmeldung erstattet hatten, selten eine Rückmeldung. Die Fahndung werde daher zunächst nicht eingestellt.  

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