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Brandenburg

08. Dezember 2016 | 03:04 Uhr

Bündnis für Brandenburg : Mehr als eine Million Euro für Flüchtlingsprojekte

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Netzwerk von Flüchtlingsinitiativen zieht nach einem Jahr positive Bilanz. Neubau des Familienhauses II in der ZABH feiert Richtfest.

Eine positive Bilanz hat das vor einem Jahr in Potsdam gegründete „Bündnis für Brandenburg“ gezogen: Das von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) als Netzwerk von Flüchtlingsinitiativen und Helfern ins Leben gerufene Bündnis werde mittlerweile von 284 Personen und Institutionen unterstützt – darunter auch Starköchin Sarah Wiener, Schlagersängerin Katja Ebstein und Regisseur Andreas Dresen. „Es ist gelungen, eine breite Allianz aus der Mitte unseres Landes zur Integration von Flüchtlingen zu schmieden“, sagte Woidke gestern in Potsdam.

Zu denen, die sich im Bündnis engagieren und gleichzeitig davon profitieren, gehört auch der Potsdamer Unternehmer Matthias Kühnel. Der Geschäftsführer der Firma „K+S Elektroservice“ bildet den eritreischen Flüchtling Girmai Tekie zum Elektrotechniker aus. „Azubis in der Region zu finden, ist für uns mittlerweile fast ausgeschlossen“, sagte Kühnel. Viele Schulabgänger, die einen technischen Beruf erlernen wollten, seien zwar handwerklich fit, hätten aber mit einer vier oder fünf in Schlüsselfächern wie Mathematik keine Chance, den theoretischen Teil der Ausbildung zu bestehen. Bei Flüchtlingen müsse man zwar viel Zeit in das Erlernen der deutschen Sprache investieren. „Der Aufwand macht aber am Ende Sinn.“

2016 unterstützte das Bündnis mit insgesamt 790 000 Euro 160 Maßnahmen freier Träger zur Integration von Flüchtlingen. Die Kreise und kreisfreien Städte erhielten zusätzlich Regionalbudgets, die sich insgesamt auf 360 000 Euro beliefen. Bereits angekündigt sind landesweite Dialogforen zu Themen wie Fluchtursachen, Integration durch Bildung und Arbeit und Wirtschaft. Auch ein Forum zum Thema Religion ist derzeit in Planung. Der Pfarrer für Flüchtlingsarbeit des Evangelischen Kirchenkreises Potsdam, Bernhard Fricke, bedauerte allerdings, dass die Begeisterung für ein Ehrenamt in der Flüchtlingsarbeit scheinbar etwas zurückgehe. „Dass ich drei Mal pro Woche von Leuten angerufen werde, die nachfragen, wo sie sich engagieren können, ist heute nicht mehr so“, sagte Fricke. Heute müsse man wieder „mehr Ehrenamtliche für Flüchtlingsarbeit gewinnen.“

Zudem wurde gestern in der Zentralen Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) Richtfest für eine Familienunterkunft für 219 Bewohner gefeiert. Die Baukosten belaufen sich auf 6,2 Millionen Euro, wie das Finanzministerium mitteilte. „Auch wenn sich der Zustrom von Flüchtlingen deutlich reduziert hat, sehe ich nach wie vor und mehr denn je die Notwendigkeit der Schaffung von menschenwürdigen Unterbringungsmöglichkeiten“, erklärte Finanzstaatssekretärin Diana Trochowski gestern. Bei dem Gebäude handelt sich um einen viergeschossigen Massivbau mit einem quadratischen Grundriss und einem Lichthof im Inneren.

Die Erstaufnahmeeinrichtung ist mit dem Ankunftszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die erste Anlaufstelle für Asylsuchende in Brandenburg. Mit der stark steigenden Zahl der Neuzugänge in den vergangenen Jahren ging auch der schrittweise Ausbau der Kapazitäten einher. Aktuell sind in Eisenhüttenstadt 1142 Asylsuchende untergebracht. Zuletzt kamen etwa 20 neue Flüchtlinge pro Tag dort an.

 

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erstellt am 24.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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