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Brandenburg

27. März 2017 | 06:45 Uhr

Was Luther in Wut versetzte : Mark bittet in Orte der Reformation

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Vorgeschichte spielte sich in einer kleinen brandenburgischen Stadt ab / Das Treiben des Mönches Tetzel brachte Martin Luther in Wut

Brandenburgs Tourismusbranche will in diesem Jahr vom Reformationsjubiläum profitieren. Da gebe es gute Möglichkeiten, das Land und seine Möglichkeiten zu präsentieren, sagte der Geschäftsführer der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, Dieter Hütte. Das Ereignis sei der Schwerpunkt des Jahres. 2016 konnten ohne besondere touristische Höhepunkte bereits knapp 13 Millionen Übernachtungen - 2,9 Prozent mehr als 2015 - verbucht werden.

Martin Luther (1483-1546) soll am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg (Sachen-Anhalt) geschlagen haben - ein Ereignis, das sich 2017 zum 500. Mal jährt. Er war an vielen Stätten unterwegs, die heute zu Brandenburg gehören, damals aber unter sächsischer Herrschaft standen.

Orte, die mit den Ereignissen vor 500 Jahren in Verbindung standen, bereiteten sich mit Ausstellungen und Veranstaltungen auf die Besucher vor, berichtete Hütte. Landkreise, Kommunen und Kultureinrichtungen zögen an einem Strang. Einige seien unter anderem durch einen Luther-Pass verbunden, mit dem verschiedene Stationen erkundet werden könnten. Es gehe aber nicht nur darum, mit der Historie und Martin Luther zu werben. Wichtig sei auch zu zeigen, welche Veränderungen die Reformation bewirkt habe und welche Spuren 500 Jahre später noch sichtbar seien, sagte der Tourismusexperte.„Jüterbog lieferte den Vorspann und Ausgangspunkt für die Reformation“, sagte Bernhard Gutsche, Pfarrer der Nikolaikirche Jüterbog (Teltow-Fläming).

Die Ausstellung „Tetzel – Ablass – Fegefeuer“ dokumentiere, welche Hoffnungen die Menschen damals auch gehabt hätten. Zudem seien die damaligen Akteure nicht einfach nur als gut oder böse einzuordnen. In Jüterbog war der Mönch Johann Tetzel (um 1460-1519) damals mit einem Ablasshandel besonders aktiv. Den Menschen wurde versprochen, dass sie sich von Sünden freikaufen könnten und dann nach dem Tod nicht im Fegefeuer landeten. Das lukrative Geschäft für die Kirche war Luther ein Dorn im Auge und veranlasste ihn zu seinen 95 Thesen.„Das Mittelalter zur Zeit der Reformation war aber nicht nur schwarz und rückständig, sondern auch sehr bunt“, betonte der Pfarrer und lud zu einem Besuch der Ausstellung ab 8. September und damit einen neuen Blick auf die Zeit ein.

Auftakt für das diesjährige Themenjahr von Kulturland Brandenburg „Wort und Wirkung - Luther und die Folgen“ ist bereits am 5. Mai in Frankfurt (Oder). Im Reformationsmuseum Mühlberg (Elbe-Elster) wird an die Schlacht von Mühlberg 1547 mit einer Ausstellung erinnert. Auf Spurensuche in die Zeit der Reformation gehen auch das Dommuseum in Brandenburg/Havel und das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam.

 

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erstellt am 18.Mär.2017 | 05:00 Uhr

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