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Brandenburg

09. Dezember 2016 | 08:42 Uhr

Die Mark hinkt hinterher : Jeder fünfte Brandenburger war noch nie im Internet

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Land verfehlt Ziel der Digitalen Agenda der EU. Anteil sollte 2015 auf 15 Prozent gesenkt werden

Etwa jeder fünfte Brandenburger war noch nie im Internet. Das geht aus dem regionalen Jahrbuch des EU-Statistikamtes Eurostat hervor, das dieser Zeitung vorliegt. 15 bis 25 Prozent der Brandenburger haben demnach noch nie das Datennetz benutzt. Ähnlich sind die Zahlen für Sachsen. In allen übrigen deutschen Bundesländern liegt der Anteil derer, die noch nie im Internet waren, zwischen 6 und 15 Prozent. Im europäischen Vergleich liegt Brandenburg damit auf einer Stufe mit der Slowakei, Norditalien oder Spanien. In Dänemark, den Niederlanden und Norwegen liegt der Anteil der Bevölkerung, der noch nie im Internet war, dagegen bei unter sechs Prozent.

Die Digitale Agenda der EU hatte es sich eigentlich zum Ziel gesetzt, den Anteil derjenigen, die noch nie das Internet benutzt haben, im Jahr 2015 auf 15 Prozent zu senken. Brandenburg und Sachsen verfehlen diese Ziele also. „Die angeführten Zahlen sind uns nicht bekannt“, sagte eine Sprecherin des Potsdamer Wirtschaftsministeriums auf Nachfrage des „Prignitzers“. „Wir wissen aber von den Providern, dass es viele DSL-Anschlüsse gibt, die nicht vermarktet sind.“ Das Interesse an einem eigenen Internet-Zugang sei offenkundig nicht bei jeder Brandenburgerin und jedem Brandenburger gegeben.


Auch Breitbandausbau hinkt hinterher


Vergleichsweise schlecht schneidet Brandenburg auch beim Breitbandausbau ab: Auf der Landkarte des Statistikamtes ist es das einzige deutsche Bundesland, das heller eingefärbt ist, als der Rest – weil nur in Brandenburg der Anteil der Haushalte, die über einen Breitbandanschluss verfügen, zwischen 70 und 80 Prozent liegt – so wie es ansonsten in Lettland, in weiten Teilen Polens, Frankreichs, Italiens und Spaniens der Fall ist. Dagegen liegt der Anteil der Breitbandanschlüsse in der übrigen Bundesrepublik zwischen 80 und 90 Prozent. Niedersachsen, Bremen und das Saarland gehören sogar so wie Island, der Großraum London und weite Teile Norwegens zur europäischen Spitzengruppe. Die EU hat sich das Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2020 die komplette EU Breitbandanschlüsse von mindestens 30 Megabit pro Sekunde zur Verfügung hat.

„Brandenburg läuft Gefahr die digitale Revolution zu verschlafen“, sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der Brandenburger CDU, Dierk Homeyer. „Zum Teil liegt das an der schlechten Versorgung mit leistungsfähigen Internetanschlüssen.“ Digitalisierung sei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die nahezu alle Lebensbereiche betrifft.

Im November will die Brandenburger CDU deswegen einen Antrag in den Landtag einbringen, der eine eigene Digitalisierungsstrategie beinhaltet. Darin werden eine flächendeckende Versorgung des Landes mit Breitbandinternet von mindestens 50 Megabit pro Sekunde, die schnellstmögliche Etablierung des 5G-Standards im Mobilfunk, ein freier WLAN-Zugang in öffentlichen Gebäuden und die Ausrüstung öffentlicher Verkehrsmittel mit WLAN gefordert.

 

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erstellt am 14.Okt.2016 | 04:45 Uhr

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