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Brandenburg

10. Dezember 2016 | 19:29 Uhr

Brauchtum : Immer weniger Weihnachtsmänner

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Netter Nebenjob zur Weihnachts- und Adventszeit stößt in Brandenburg auf immer weniger Gegenliebe

Veranstaltungs-agenturen vermitteln immer weniger Weihnachtsmann-Darsteller in Brandenburg. Grund ist eine sinkende Zahl von Bewerbern für einen solchen Nebenjob, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Das Studentenwerk stellte die Vermittlung bereits ein, die Agentur für Arbeit fuhr ihre Aktivitäten in den vergangenen Jahren zurück. „Es steckt schon eine ganze Menge Aufwand dahinter, Anfragen und Details aufzunehmen, Touren zu planen, potenzielle Weihnachtsmänner zu briefen und zu beraten“, sagte der Sprecher der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Dennis Hoffmann.

Darum beteilige sich längst nicht mehr jede Agentur für Arbeit im Land an der Vermittlung. Aktiv dabei seien aber beispielsweise noch die Agenturen in Cottbus und Eberswalde. „Soll es etwas ganz Besonderes sein, vermittelt die ZAV-Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit auch professionelle Darsteller“, sagte Hoffmann.

Obwohl jeder vermittelt werden könne, der sich als Weihnachtsmann zwischen 30 bis 50 Euro pro Besuch verdienen möchte, liege der Fokus der Agenturen ganz klar auf Arbeitslosen. Zudem lohne es sich auch für Leistungsempfänger. 165 Euro seien monatlich bei Empfängern von Arbeitslosengeld I anrechnungsfrei, 100 Euro bei Empfängern von Arbeitslosengeld II. Doch der Nebenverdienst scheint immer weniger Kandidaten anzulocken. Über mangelnde Bewerberzahlen klagt Birgit Nickel vom Weihnachtsservice Berlin bereits seit Jahren. „Wir brauchen dringend mehr Interessenten“, sagt die Potsdamer Eventmanagerin, die seit sieben Jahren Weihnachtsmänner und Engel nach Berlin und Brandenburg vermittelt.

Für sie sei die Tätigkeit mehr eine Herzensangelegenheit, weshalb sie auch selbst, als Engel verkleidet, den Weihnachtsmann begleite, sagt Nickel. Während die Vermittlung durch Nickels Service in Potsdam und dem südwestlichen Berlin noch gut laufe, könne sie Anfragen aus dem Norden nur selten bedienen.

Obwohl die Bezahlung von bis zu 420 Euro bei zehn bis 14 Bescherungen gut ausfalle, sucht Nickel Menschen, die die Aufgabe nicht nur wegen des Geldes übernehmen. Allerdings müsse auch die Qualität stimmen. Auf text-unsichere oder unfreundliche Weihnachtsmänner könnten sowohl ihre Vermittlung wie auch die erwartungsfrohen Kinder und Eltern verzichten. Petra Henkerts Weihnachtsbüro in Zeuthen (Dahme-Spreewald) verzeichnet ebenfalls rückläufige Bewerberzahlen, obwohl sie jährlich noch bis zu 100 Weihnachtsmänner, vornehmlich aus Berlin, an Familien, Firmen und Kitas vermitteln kann. Das mäßige Interesse am Nebenjob führt sie hauptsächlich auf die nach wie vor geringe Bekanntheit einzelner Vermittlungsagenturen zurück. Außerdem bräuchten die Hobby-Nikoläuse heute kaum noch die Dienste der Agenturen. „Eine Homepage oder Einträge auf Kleinanzeigenmärkten sind einfach zu erstellen.“ Bis vor einigen Jahren war der Weihnachtsmann-Job auch noch ein lukrativer Nebenverdienst für Studenten. Doch diese Zeiten scheinen sich auch dem Ende entgegenzuneigen, wie die Sprecherin des Studentenwerks Potsdam, Karin Zinke, bemerkt. „Wir haben im Jahr 2014 die Vermittlung von Weihnachtsmännern eingestellt, da es zu wenige studentische Bewerber gab.“ Eine Wiederbelebung der Vermittlung sei zunächst nicht angedacht. Derzeit wolle sich das Studentenwerk lieber auf andere studentische Jobangebote wie die Unterstützung des Mensa-Teams konzentrieren.

 

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