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Brandenburg

11. Dezember 2016 | 10:57 Uhr

Gesundheit : Hohe Zahl an Krebserkrankungen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gemeinsames Register von Berlin und Brandenburg soll Ursachen erforschen und höhere Qualität der Therapien ermöglichen

Die Zahl der Krebsneuerkrankungen hat sich in Deutschland seit 1970 fast verdoppelt. 2013 erkrankten etwa 482 500 Menschen an bösartigen Tumoren, wie aus dem erstmals vom Bundesgesundheitsministerium vorgestellten „Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland“ hervorgeht.

Als ein Hauptfaktor dafür werden demografische Veränderungen genannt: Gibt es mehr Ältere in der Bevölkerung, werden Krebserkrankungen häufiger.

Brandenburg macht dabei keine Ausnahme. Nach neuesten Auswertungen der Gesellschaft des Krebsregisters für Brandenburg sind 2013 landesweit 15 922 Menschen an bösartigen Tumoren erkrankt. Die Erkrankungsrate bei den Männern lag mit 457,9 Fällen je 100 000 Einwohnern rund zwei Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Bei den Frauen lag der Wert mit 324,7 etwa sechs Prozent unter dem deutschen Durchschnitt.

Das größte Risiko besteht für Brandenburgs Männer darin, an Prostatakrebs zu erkranken. Rund 1900 Fälle wurden 2013, dem bisher letzten statistisch erfassten Jahr, registriert. Die Zahlen stiegen seit Anfang der 90er Jahre besorgniserregend an, gehen seit 2007 aber wieder deutlich zurück. Es folgen bei der Häufigkeit Lungenkrebs mit seit einer seit dem Jahr 2000 sinkenden Tendenz dicht gefolgt von Darmkrebs.

Bei Frauen ist Brustkrebs ebenfalls mit rund 1900 neuen Fällen und einer Quote vom 99,2 auf 100 000 Einwohner die bei weitem häufigste Form dieser Erkrankungen. Dennoch liegen die Werte um mehr als 13 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Generell weisen die ostdeutschen Länder mit Sachsen-Anhalt (95,7), Thüringen (96,3), Sachsen (103,5) und Mecklenburg-Vorpommern (106,7) deutlich unter dem gesamtdeutschen Schnitt liegende Werte auf. Eine Erklärung sehen Experten darin, dass in der DDR Frauen früher Kinder bekamen, sie länger stillten und weniger Hormone nahmen.

Bei den Tumor-Erkrankungszahlen liegen bei Brandenburger Frauen mit sehr viel geringerem Risiko Darm- und Lungenkrebs auf den Plätzen zwei und drei. Die Werte bei bösartigen Tumorerkrankungen von Darm, Leber, Gallenblase und Bauspeicheldrüse liegen in der Mark leicht über den deutschen Durchschnitt.

Lungenkrebs ist bei den Männern im Land für 26 Prozent der Fälle des gesamten Krankheitsfeldes verantwortlich. 15 Prozent sind es für Brustkrebs bei Frauen.

Im Sommer nahm in Berlin und Brandenburg ein gemeinsames Krebsregister die Arbeit auf. Darin werden Informationen zu Krebsdiagnosen, Behandlungen und Nachsorge aus beiden Ländern gesammelt und ausgewertet. Dabei geht es neben der Qualität der Therapien um die Überlebenszeiten der Patienten, ihre tumorfreie Zeit, Rückfälle und Lebensqualität.  

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erstellt am 01.Dez.2016 | 05:00 Uhr

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