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Brandenburg

08. Dezember 2016 | 21:08 Uhr

Bundestagswahlkampf 2017 naht : Grüne und Linke stellen Weichen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bundestagswahlkampf mit Tackmann und Baerbock

Die Prignitzer Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann führt Brandenburgs Linke in die Bundestagswahl 2017. Mit dem Traumergebnis von 100 Prozent der abgegebenen Stimmen wurde die Agrarpolitikerin Samstag in Falkensee von der Landesvertreterversammlung auf Platz eins der Landesliste gewählt.

In ihrer Bewerbungsrede sagte sie, der Boden sei ein gesellschaftlicher Reichtum, den man nicht dem Finanzkapital überlassen dürfe. Die als unprätentiös und basisnah geltende Bundestagsabgeordnete kündigte an, für „gut bezahlte und gut qualifizierte Arbeit in der Landwirtschaft“ zu kämpfen. „Euch nutzt es nichts, wenn wir aus den kleinen Dörfern auch noch alle nach Falkensee ziehen. Die Menschen wollen, dass sich erwas ändert“, betonte Tackmann

Überschattet wurde der Parteitag von den jüngsten Skandalen hochrangiger Genossen – so hatte sich Justizminister Stefan Ludwig in den letzten Wochen damit blamiert, dass er einer schwerbehinderten früheren Mitarbeiterin den Arbeitslohn verweigerte, und deswegen vor das Arbeitsgericht zog. Bei der Landesvertreterversammlung fehlte Ludwig wegen eines Todesfalls.

Landesvorsitzender Christian Görke wurde dennoch deutlich. „Ich habe mir den Stefan zur Brust genommen. „Die letzten Tage und Wochen haben noch einmal deutlich gezeigt: Wer in der Linken Verantwortung trägt, muss sich klar sein, dass sein Tun und Handeln in einem besonderen Licht steht.“ Jeder trage Verantwortung dafür, ob diese Partei glaubwürdig sei. „Soziale Gerechtigkeit ist nicht vereinbar mit Bonusmeilen, Privilegien oder einer irgend gearteten Sonderbehandlung“, so Görke. „Wir brauchen keine falsche Bescheidenheit, aber wir dürfen niemals die Bodenhaftung verlieren – und ich habe den Eindruck, dass das in letzten Wochen passiert ist.“ Und zitierte den Liedermacher Gerhard Schöne: „Mit dem Gesicht zum Volke, statt mit den Füßen in der Wolke.“

Thomas Nord wurde auf Listenplatz zwei und Anke Domscheit-Berg auf Listenplatz drei gewählt. Der wegen übermäßiger Nutzung des Fahrdienstes des Bundestags heftig kritisierte Linken-Politiker Norbert Müller sicherte sich in einer Kampfabstimmung knapp den aussichtsreichen Listenplatz vier gewählt; mit 52,5 Prozent. Er hatte sich zuvor bei den 100 Delegierten entschuldigt.

Die Grünen ziehen erneut mit der Bundestagsabgeordneten Annalena Baerbock als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf. Die Delegiertenkonferenz in Potsdam wählte die 35-Jährige mit 102 von 103 Stimmen, wie eine Grünen-Sprecherin mitteilte. Die Klimaexpertin war die einzige Kandidatin für den ersten Platz auf der Landesliste. Auf Listenplatz zwei setzte sich im zweiten Wahlgang der 54-jährige Gerhard Kalinka aus Blankenfelde durch. Der Sozialpolitiker kündigte an, sich unter anderem für eine Kindergrundsicherung und eine Garantierente einsetzen zu wollen. Der Naturwissenschaftler ist in der Gemeindevertretung Blankenfelde-Mahlow und Kreistagsvorsitzender von Teltow-Fläming.

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erstellt am 28.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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