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Brandenburg

03. Dezember 2016 | 07:44 Uhr

Umweltschutz : E-Kähne bleiben noch einige Jahre Zukunftsmusik

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Land verschiebt Einführung sauberer Motoren im Spreewald

Im Spreewald dürfen auch weiterhin Kähne mit Verbrennungsmotoren über die Fließe fahren. Wie Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) jetzt in der Fragestunde des Landtags bestätigte, wird die Ende des Jahres auslaufende Übergangsfrist für die gesetzlich vorgeschriebene Umrüstung auf Elektro-Antrieb noch einmal bis 2031 verlängert. Ursprünglich sollten bereits ab 2007 die ökologisch verträglicheren E-Motoren auf den Gewässern im Biosphärenreservat Pflicht sein. Einen entsprechenden Erlass hatte das Ministerium im Jahr 1997 auf den Weg gebracht, aber die darin festgelegte Übergangsfrist mehrmals verlängert.

Dass die Einführung von Elektromotoren nun um weitere 15 Jahre verschoben wird, begründet das Umweltministerium in Potsdam vor allem mit einem Mangel an geeigneten Elektroantrieben. So seien die bislang verfügbaren Batterien noch zu schwach, sagt Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Auch der Naturschutzbund (Nabu) sieht bislang keine Alternative zu den üblichen Verbrennungsmotoren „Noch haben die Techniker keine bessere Lösung entwickelt“, betont Arnulf Weingart, Vorsitzender des Nabu-Kreisverbands Spreewald.

Entsprechend sind Elektromotoren bis heute die Ausnahme im Spreewald. Wer seinen Kahn mithilfe eines Verbrennungsmotors über die Fließe schippern will, braucht allerdings seit 2001 eine Sondergenehmigung. Bisher wird von den Landkreisen Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße auf Antrag in der Regel anerkannt, dass der Elektromotor für den beabsichtigten Zweck nicht ausreicht. Das betrifft vor allem Land- und Forstwirte, Fischer und Jäger, aber auch Einwohner und das Tourismusgewerbe.

Nach Angaben von Umweltminister Vogelsänger hat das Kuratorium Biosphärenreservat Spreewald – ein Zusammenschluss aus Landnutzern, Naturschützern, Touristikern und Verwaltung – das Ministerium gebeten, den Zeitpunkt für die generelle Einführung von E-Motoren auf 2032 zu verlängern. Der Minister betont, dass man dafür die größtmöglichste Akzeptanz vor Ort schaffen wolle. „Mein Ministerium unterstützt sowohl den Erhalt der Kulturlandschaft mit ihren wertvollen ökologischen Gebieten als auch das naturverträgliche Wirtschaften in diesem Landschaftsraum“, erläutert Vogelsänger.

 

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erstellt am 30.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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