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Brandenburg

25. September 2016 | 09:08 Uhr

Viele Herzinfakte : Brandenburger leben zu ungesund

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Rauchen, Alkohol, Ernährung – im Land gibt es eine hohe Rate an Herzinfarkten

In Brandenburg und Sachsen sterben zu viele Einwohner am Herzinfarkt. Nach Angaben der „Deutschen Herzstiftung“ erleiden 98 von 100 000 Einwohnern im Land Brandenburg einen tödlichen Herzinfarkt, in Sachsen sind es 93 – doppelt so viel wie in Berlin, wo der Herzinfarkt nur in 48 Fällen als Todesursache festgestellt wurde. In Mecklenburg-Vorpommern sind immerhin noch 77 tödliche Infarkte pro 100 000 Einwohner zu verzeichnen.

Was gestern dazu führte, dass sich auf Antrag von CDU und Grünen der Gesundheitsausschuss des Potsdamer Landtags mit der Thematik beschäftigte. „Brandenburg hat eine deutlich höhere Sterblichkeit als andere Länder, die Erkrankungshäufigkeit ist höher – und das in einer Zeit, in der die Sterblichkeit beim Herzinfarkt in Europa und den USA deutlich abgenommen hat“, sagte der als Experte geladene Vorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Prof. Thomas Meinertz.
In der Anhörung im Landtag schälten sich freilich zwei mögliche Gründe für diesen Befund heraus. Zum einen könne es sein, dass beim Ausfüllen der Totenscheine oft zu eilfertig Herzinfarkt angegeben werde, sagte Prof. Christian Butter vom Herzzentrum des Immanuel-Klinikums Bernau.

Zum anderen aber hat die erhöhte Sterblichkeitsrate viel mit der allgemeinen Gesundheit der Brandenburger zu tun: Es wird zu viel geraucht, getrunken und gegessen. Die Menschen ernähren sich zu ungesund. Auch soziale Faktoren, wie die Arbeitslosigkeit oder ein fehlender Schulabschluss trügen zur Häufigkeit von Herzinfarkten bei, machte Prof. Eckart Fleck von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie deutlich. „Weil junge Frauen heute mehr rauchen, gibt es auch bei Frauen öfter einen Herzinfarkt.“

Die Experten rieten den Landtagsabgeordneten deswegen vor allem dazu, mehr in die Gesundheitsvorsorge zu investieren. Immerhin seien in Deutschland rund 1,9 Millionen Kinder übergewichtig. „Wenn in den Schulen eine Seilspring-Pflicht in den Hofpausen eingeführt würde, wäre schon viel gewonnen“, sagte Meinertz. In Schulen, in denen die Herzstiftung entsprechende Projekte fördere, sei die Zahl der übergewichtigen Kinder deutlich gesunken.

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