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Brandenburg

10. Dezember 2016 | 23:24 Uhr

Tierseuche : Brandenburg ist auf Vogelgrippe gefasst

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Immer mehr Fälle in Berlin / Bereits elf Bundesländer betroffen

Seit Freitag wurden in Berlin sieben tote Wildvögel mit dem Influenza-Virus entdeckt, darunter zwei Schwäne. Brandenburg hat bislang in diesem Herbst noch keinen Fall zu verzeichnen, wie Landestierarzt Stephan Nickisch gestern mitteilte. Jedoch rechnet das Land jeden Tag mit einem Ausbruch. „Wir sind alarmiert aufgrund der Situation“, sagt die Sprecherin Verbraucherschutzministeriums, Maria Strauß. „Wir können nicht ausschließen, dass in den nächsten Tagen in Brandenburg ein Krankheitsfall bei Wildvögeln auftritt.“

Priorität habe, die Übertragung auf Nutztiere wie Hühner oder Gänse zu verhindern. Solche Fälle sind aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bekannt. In den Nordbrandenburger Landkreisen gilt vorsorglich Stallpflicht, und zwar in der Uckermark, im Barnim, in Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Havelland. Hinzu kommen landesweit kleinere Risikogebiete, wo viele Wildvögel rasten, etwa an den Peitzer Teichen (Spree-Neiße). Auch Gebiete mit größeren Geflügelbetrieben sind von der Stallpflicht betroffen.

Wegen der hohen Ansteckungsgefahr heimischen Geflügels rät Ministeriumssprecherin Maria Strauß den Geflügelhaltern, die Vorkehrungen einzuhalten. „Landwirte sollten darauf achten, dass Wildvögel keinen Zugang zur Tränke ihrer Tiere haben“, sagte sie. Außerdem sei es sinnvoll, vor dem Betreten des Geheges die Schuhe zu wechseln, damit der Erreger nicht mit dem Kot infizierter Vögel an der Sohle hineingetragen werde.

Dass die Mark bisher von der Vogelgrippe verschont blieb, ist laut Friedrich-Löffler-Institut für Tiergesundheit wohl Zufall. Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit sei mit ein bis drei Tagen sehr kurz, so Institutssprecherin Kristin Schalkowski. Dann dauere es nur zwei bis drei Tage bis zum Tod des Tieres. Wie sie unterstreicht, ist die Krankheit nach bisherigen Erkenntnissen für Menschen nicht gefährlich.

Dennoch rät das Verbraucherministerium vorsorglich zu Vorsicht bei Geflügelprodukten. Fleisch sollte über 70 Grad erhitzt werden, das tötet den Erreger ab. Eier sollten mindestens sechs Minuten kochen. Wegen der Vogelgrippe haben Japan, Südkorea, Israel und Südafrika den Import deutschen Geflügels verboten.  

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erstellt am 21.Nov.2016 | 18:07 Uhr

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