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Brandenburg

27. September 2016 | 15:51 Uhr

Kleingärten : Begehrt oder verwaist

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Berliner Umland sind Gärten gefragt, in der Prignitz im Rückbau. Bisher gibt es keine Fördermöglichkeiten

Kleingärten in Brandenburg boomen, zumindest in den Ballungsräumen. Kaum Leerstand dort, viele Interessenten, darunter auch die besonders erwünschten jungen Familien, so präsentieren sich die Vereine in Potsdam und im wachsenden Speckgürtel um Berlin. Angesichts der fortschreitenden Umwandlung von Parzellen in Bauland in der Hauptstadt rechnet der Landesverband der Gartenfreunde mit bis zu 10 000 Berliner Kleingärtnern, die in den kommenden Jahren in das Umland ausweichen müssen.

So könnte die Mitgliederzahl in der Mark von derzeit 64 300 in 1280 Vereinen auf bis zu 70 000 steigen. Wir arbeiten daran, dass dieser Wunsch Wirklichkeit wird“, sagte Landesgeschäftsführer Fred Schenk. Die stärksten Impulse gebe es entlang des Siedlungsstern an den Hauptverkehrstrassen.

Die andere Seite sei aber die Entwicklung im ländlichen raum wie Prignitz und Uckermark aber auch der Raum Senftenberg und weiter südlich. Dort seien die Bedingungen völlig andere, die Vereine verlieren Mitglieder und Parzellen stehen leer.

„Die Prignitzer Gartenfreunde leisten eine gute Arbeit, um diesen Trend mit der Bildung von Rücklagen und Fonds, Entwicklungskonzepten und Renaturierung aufzufangen“, betonte Schenk. Andere Kreisverbände seien auf dem Weg zu ähnlichen Konzepten. „Die demografische Entwicklung ist ins Rollen gekommen, hat uns aber als Gartenfreunde noch nicht voll getroffen“, so der Landesgeschäftsführer.

Um den Vereinen die Arbeit zu erleichtern, wünscht sich Schenk mehr Unterstützung des Landes. „Bisher spielen wir beim Kommunalinvestitionsgesetz und allen anderen Formen der Förderung durch das Land keine Rolle. Nirgendwo steht dort das Wort Kleingärten, deshalb fehlt oft die Grundlage für eine Unterstützung durch die Kommunen.“

Das will der Landesverband ändern. Neben den Bemühungen auf Landesebene läuft der mühsame Weg auf kommunaler Ebene. In Potsdam und Cottbus gibt es bereits Kleingartenentwicklungskonzepte. In Wittenberge und der Stadt Brandenburg werden sie vorangetrieben. Damit erhalten die Vereine Sicherheit, dass sie langfristig auf ihren Flächen bleiben können. Zudem stärkt es ihre Stellung gegenüber den Verpächtern, wenn für die Areale eine Nutzung durch Kleingärten festgeschrieben sei, die Areale nicht als Bauland oder Bauerwartungsland in Betracht kämen.

Die Einbeziehung der Gartenfreunde in kommunale Entwicklungskonzepte führt nach Ansicht Schenks zu einem Lerneffekt in den Verwaltungen. Brandenburgs Städte und Gemeinden sind oft sehr grün. Dabei vergessen Kämmerer oft, dass die Vereine wesentlich zu diesem Bild beitragen – ohne dass den Kommunen dadurch Kosten entstehen.
 

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erstellt am 16.Sep.2016 | 05:00 Uhr

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