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Politik BB

27. Juni 2016 | 07:45 Uhr

Flüchtlingszahlen steigen drastisch : Zelte für Asylbewerber

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Zahl der in diesem Jahr in Brandenburg erwarteten Flüchtlingen ist zum zweiten Mal nach oben korrigiert worden.

Die Zahl der in diesem Jahr in Brandenburg erwarteten Flüchtlingen ist zum zweiten Mal nach oben korrigiert worden. Auf dem Gelände der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) müssen möglicherweise bald zusätzlich Zelte aufgestellt werden.

Zu Beginn des Jahres sprach Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) noch von 9200 Asylbewerbern, später von 12  000. Inzwischen werden in diesem Jahr 14 000 erwartet. Die für Ausländerangelegenheiten zuständige Abteilungsleiterin im Innenministerium, Patricia Chop-Sudgen, schilderte die Situation in der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt als dramatisch. Die Turnhalle und alte Verwaltungsgebäude seien bereits zur Unterbringungen genutzt. Der geplante Unterricht für Kinder in der Aufnahmeeinrichtung stoße an seine Grenzen, da Räume fehlen.

In den ersten drei Monaten wurden 3728 Asylsuchende in Eisenhüttenstadt registriert, – eine Steigerung um 236 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im gesamten vergangenen Jahr wurden rund 6300 Flüchtlinge in Brandenburg aufgenommen.

Zurzeit können wegen Windpocken keine neuen Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt aufgenommen werden und die Verteilung auf die Kreise ist bis Mitte Juni eingestellt. Bis zum Jahresende werde eine Kapazität von 3100 Plätzen benötigt. Bis dahin sollen in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) und Wünsdorf (Teltow-Fläming) Außenstellen mit 400 beziehungsweise 500 Plätzen zur Verfügung stehen.

Eine weitere Außenstelle in Ferch bei Potsdam wird dann mit 280 Personen belegt werden. Außerdem soll in Eisenhüttenstadt ein neues Familien- und ein neues Männerhaus Ende 2015 mit zusammen 280 Plätzen bezogen werden.

Chop-Sudgen betonte, dass die Notbelegung auf absehbare Zeit nicht aufgehoben werden könne. Für den Sommer sei eine Unterbringung in Zelten am Standort Eisenhüttenstadt nicht mehr auszuschließen, sagte die Abteilungsleiterin.

Ab 1. Juli wird das Krankenhaus Eisenhüttenstadt die Erstuntersuchung der Flüchtlinge übernehmen. Das Gesundheitsamt von Oder-Spree ist dazu nicht mehr in der Lage. Die Einrichtung einer Röntgenabteilung auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung wird sich laut Gesundheitsministerium bis zum Jahresende hinziehen. Zurzeit laufe die Ausschreibung für den Auftrag. Neu eingestellt werden zudem zwei weitere Psychologen. Bei 40 Prozent der Flüchtlinge werden Traumata und psychische Störungen vermutet.

Die EU-Kommission hat unterdessen ihre umstrittenen Pläne zur Umverteilung von Flüchtlingen in der EU beschlossen. Um Italien und Griechenland zu entlasten, sollen in den kommenden beiden Jahren 40 000 Menschen auf andere EU-Länder verteilt werden. Deutschland soll 8763 Menschen zusätzlich aufnehmen.

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erstellt am 28.Mai.2015 | 10:00 Uhr

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