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Politik BB

25. Juni 2016 | 21:28 Uhr

rojekt bleibt jedoch umstritten : Neue Neiße-Brücke eröffnet

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brückengegner wurden in den letzten Monaten laut. So gibt es Kritiker, die meinen, dass eine Grenzbrücke in Eisenhüttenstadt aufgrund der Industrieansiedlungen mehr Sinn gemacht hätte als mitten auf dem Land, wo kaum Verkehr herrscht.

Es gibt eine neue Brücke zwischen Deutschland und Polen. Eröffnet wurde sie gestern nach einem guten Jahr Bauzeit in dem Örtchen Coschen im Landkreis Oder-Spree, das bis dato ein Sackgassen-Dorf war. Nun brauchen Fußgänger, Fahrrad- und Autofahrer an dem Fluss Neiße nicht mehr umkehren, sondern können die knapp 5,5 Millionen Euro teure Verbindung gen Osten, die „Neißewelle“ heißt, für einen Ausflug nach Zytowan nutzen.

Unumstritten ist das Bauwerk, das zu 85 Prozent aus Mitteln der Europäischen Union und zu 15 Prozent durch die beiden Grenz-Landkreise finanziert wurde, allerdings nicht. Erstens gibt es Kritiker, die meinen, dass beispielsweise eine Grenzbrücke in Eisenhüttenstadt aufgrund der Industrieansiedlungen mehr Sinn gemacht hätte als mitten auf dem Land, wo kaum Verkehr herrscht. Und zweitens hat die Grenzkriminalität in Ostbrandenburg die Brückengegner in den letzten Monaten laut werden lassen – dabei wird oft vergessen, dass das Bauwerk in Coschen bereits seit zwölf Jahren als Teil einer großen Infrastrukturmaßnahme für die Gemeinde Neißemünde geplant war.

Auch bei der offiziellen Freigabe der 101 Meter langen und 14 Meter breiten Brücke bleiben kritische Stimmen von Anwohnern nicht aus. Einer der Protestler ist Günter Fromm aus Eisenhüttenstadt Mit seiner Plakat-Inschrift „In Coschen bauten wir den Diebesbanden eine Brücke ...“ nimmt der Mann Bezug auf die Kriminalität im deutschen Grenzgebiet zu Polen.

Als der Landrat von Oder-Spree, Manfred Zalenga, in seiner Eröffnungsrede betont, dass die Brücke in Coschen keineswegs überflüssig sei, hört man hier und da: „Ist sie doch.“ Aber der Landrat lässt sich nicht beirren – wie schon bei den Vorwürfen von Steuerverschwendung in einigen Medien.

„Die Brücke wird angenommen werden, davon bin ich überzeugt und ob hier 1000 Fahrzeuge am Tag rüberfahren oder nicht, das wird die Zeit zeigen.“ Die Brücke soll ihm zufolge vor allem eine Chance der Begegnung zwischen den Menschen sein. Dass die Kosten von einst 3 Millionen auf nun knapp 5,5 Millionen Euro gestiegen sind, erklärt er mit der langen Planungsphase.

In dieser seien Stahlpreise und Personalkosten in Bauunternehmen nach oben gegangen. Sein polnischer Amtskollege Robert Pawlowski spricht von einer „Freundschaftsbrücke“, die zwei Länder verbinde. „Wir werden alles Mögliche machen, damit sie auf der deutschen Seite keine Angst haben müssen“, sagt er. In Zytowan wird derweil schon eine Tankstelle errichtet.

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erstellt am 04.Nov.2014 | 13:00 Uhr

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