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Brandenburg

04. Dezember 2016 | 17:14 Uhr

Bahnsteige zu hoch : Bahn baut im Land nicht barrierefrei

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Neue Bahnsteige der Dresdner Bahn passen nicht zu den Einstiegshöhen der Züge - DBV fordert sofortige Änderung der Bauplanungen

Baruth, Klasdorf-Glashütte, Golßen, Drahnsdorf und Walddrehna erhalten beim Neubau der Dresdner Bahn neue Bahnsteige. Wegen der Bauarbeiten ist die Eisenbahnstrecke von Berlin nach Dresden von Wünsdorf-Waldstadt bis Elsterwerda gesperrt. Alle Bahnsteige werden nach Angaben des Berlin-BrandenburgischenBahnkunden-Verbandes (DBV) mit 170 m Länge neu gebaut werden - so können dort bei Bedarf auch Züge mit sechs Doppelstockwagen problemlos halten.

Eine andere Bau-Entscheidung sei jedoch völlig unverständlich, so der Verband. Die Bahnsteige der fünf genannten Stationen erhalten alle eine unterschiedliche Bahnsteighöhe. Während die Wagenböden der Doppelstockzüge 55 Zentimeter hoch sind, sollen einige Bahnsteige wieder 76 Zentimeter hoch werden - 21 Zentimeter, die für manchen Rollstuhlfahrer oder gehbehinderten Fahrgast ohne Hilfe unüberbrückbar sind.

In der Antwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Rainer Genilke im Brandenburger Landtag beruft sich die Landesregierung auf die Aussage der DB AG, dass durch sie eine Bahnsteighöhe von 55 Zentimeter wie vom Brandenburger Verkehrsministerium gefordert, nicht umgesetzt werden könne. Die für die Bahnsteighöhe maßgebliche Eisenbahn-Bau- und -Betriebsordnung spricht im Paragraph 13 Absatz 1 von „sollen in der Regel [...] auf eine Höhe von 76 cm [...] gelegt werden“. Es stünden dem „genehmigungsrechtliche Vorgaben“ durch das Eisenbahnbundesamt entgegen.

Der DBV fragte beim Eisenbahnbundesamt nach. Die Antwort ist ausweichend: Die Bahnsteige würden im Grundsatz Bestandsschutz genießen. Spricht also nichts dagegen, die Bahnsteige einheitlich auf das Niveau der Wageneinstiege zu bringen? Diese Frage bleibt offen. Die DB-Pressestelle antwortet nicht auf die DBV-Fragen.

Bis zum 31. Dezember 2021 müssen alle öffentlichen Verkehrsmittel vollständig barrierefrei erreichbar sein. Warum werden Bauten, die mindestens 25 Jahre in Funktion sind, nicht nach den in Kürze geltenden Gesetzen gebaut?

Es gibt nach Meinung des DBV-Landesverbandes keinen zwingenden Grund, neu zu bauende Bahnsteige mit einer Höhendifferenz zu den Wageneinstiegen von 21 Zentimeter zu bauen. Um nicht in fünf Jahren die gerade fertiggestellten Bahnsteige abreißen und neu bauen zu müssen, fordert der DBV die sofortige Änderung der Planungen. Außerdem zeige dieses Problem, dass es eine bundeseinheitliche Bahnsteighöhe für alle Regional- und Fernverkehrshalte geben müsse, betonte der Landesverband.  

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