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Kultur BB

30. Mai 2016 | 22:16 Uhr

Trebenow : Mann von Ex-Stiefsohn ermordet?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kleines Dorf in der Uckermark steht unter Schock: Junger Mann aus Berlin soll seinen Ex-Stiefvater in dessen Haus ermordet haben

Der gewaltsame Tod eines Mannes in Trebenow (Uckermark) in Nordbrandenburg scheint aufgeklärt. Geld für Drogen könnte das Motiv für die brutale Tötung des 62-jährigen, allein lebenden Mannes gewesen sein. Der Tat dringend verdächtig ist sein Ex-Stiefsohn aus Berlin. „Wir haben einen 25-jährigen Hauptverdächtigen festgenommen, gegen ihn wurde am Wochenende Haftbefehl wegen Verdachts des Mordes erlassen“, sagte Frank Winter als Sprecher der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Dabei handelt es sich um den Berliner Sohn einer ehemaligen Lebensgefährtin des Opfers. Das Paar sei aber schon länger getrennt.

Als Motiv für die Tat vermuten die Behörden Beschaffungskriminalität: Der 25-Jährige sei als Drogenkonsument bekannt und habe schon vorher Diebstähle dafür begangen. Ob der Berliner ein Geständnis abgelegt hat, wollte der Justizsprecher noch nicht sagen.

Der Hauptverdächtige wurde in der Nacht zu Samstag in Berlin festgenommen. Dabei sei er allein gewesen. „Die Polizei hat erstklassig gearbeitet, wir haben eine Spur vom Tatort, die mit dem 25-Jährigen in Verbindung steht“, erläuterte Winter.

Ob es sich um eine DNA-Spur handele, wollte er nicht bestätigen. Den Haftbefehl erließ das Amtsgericht Neuruppin. Die Leiche des 62-Jährigen war von Nachbarn in dessen Haus unweit der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern entdeckt worden. Der Frührentner soll in der Nacht zum 22. Juli getötet worden sein. „Der Mann starb an massiven Gewalteinwirkungen“, sagte der Sprecher. Ob  ein Tatwerkzeug verwendet worden sei, könne mit Rücksicht auf die Ermittlungen und sogenanntes Täterwissen nicht mitgeteilt werden.


Auch gegen weiteren Mann wird ermittelt


Ein zweiter Berliner stehe in Verdacht, dem 25-Jährigen geholfen zu haben, sagte Winter. Beide sollen in Nordbrandenburg zusammen unterwegs gewesen sein. Gegen den mutmaßlichen Helfer bestehe kein dringender Tatverdacht.

„Ich hoffe, dass die schnelle Aufklärung die Leute beruhigt, das ganze Dorf steht unter Schockstarre“, sagte die Bürgermeisterin der Gemeinde Uckerland, zu der Trebenow gehört, Christine Wernicke. Die evangelische Kirchengemeinde, deren Kirchenältester das Opfer war, hatte am Samstag bereits zu einer Andacht eingeladen. Dort hatten viele Einwohner ihre Ängste nach dem Mord angesprochen. „Viele von uns haben Angehörige, die in Berlin arbeiten“, sagte Wernicke.

Das vermisste Auto des Opfers spürten die Behörden inzwischen auf. Es soll bereits auf einen Markt nach Polen verkauft worden sein, hieß es bei der Staatsanwaltschaft.

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