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Ratgeber

10. Dezember 2016 | 17:36 Uhr

Arbeitszeugnis : Voller Lücken und Kauderwelsch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fallstricke in Arbeitszeugnissen sind für Laien nicht sofort sichtbar. Experten nennen sieben Punkte, auf die Berufstätige achten sollten

Wer zum ersten Mal ein Arbeitszeugnis erhält, ist in der Regel verunsichert. So lesen sie es richtig:

Länge

Der erste Punkt ist, dass die Länge des Arbeitszeugnisses stimmt. Zeugnisse unter einer Seite Länge sind von der Wirkung her eher negativ, sagt Karrierecoach Walter Feichtner aus München. Sie legen nahe, dass der Arbeitgeber den Mitarbeiter nicht besonders wertgeschätzt hat. Mehr als zweieinhalb oder drei Seiten sind aber ebenfalls eher negativ, weil das Zeugnis dann häufig zu detailliert ist.

Formalien

Gleich zu Beginn sollte der Arbeitgeber die Art des Zeugnisses benennen: Ist es ein End- oder ein Zwischenzeugnis? Außerdem muss das Dokument auf Firmenpapier ausgedruckt und die Rechtschreibung korrekt sein.

Aufbau

Wichtig ist, dass das Zeugnis vollständig ist. Im ersten Absatz müssen der Name, Geburtsdatum und Geburtsort des Arbeitnehmers stehen – sowie die Dauer der Beschäftigung, erläutert Feichtner. Außerdem gibt der Arbeitgeber dort an: Welche Funktion hat derjenige in der Firma übernommen? Waren es verschiedene Aufgaben- oder Verantwortungsbereiche, sollten diese hier aufgelistet sein. Im nächsten Absatz folgt eine kurze Beschreibung des Unternehmens. .

Aufgaben

Als dritter Absatz kommen dann die Aufgaben, die der Arbeitnehmer übernommen hat. Viele Bewerber beachten diesen Part nicht genug, sagt Svenja Hofert, Karriereberaterin aus Hamburg. Eine Länge von einer halben bis einer ganzen Seite ist hier angemessen. Die Angaben sind am besten stichpunktartig aufgelistet. Das erhöht die Lesbarkeit. Sonderprojekte sollten genannt sein. Mitarbeiter prüfen am besten nach, ob die Beschreibung der Aufgaben für Dritte verständlich ist.

Bewertung

Im darauf folgenden Absatz geht es dann um die Beurteilung der Leistung und des Erfolgs, sagt Feichtner. Hier sollten mindestens vier oder fünf Sätze stehen, sonst sieht es ebenfalls schnell so aus, als wenn es Probleme gab. Dort sollte etwas zum Thema Arbeitsbereitschaft und Arbeitsbelastung stehen, zu den Fachkenntnissen, die man schon hatte und die man weiterentwickelt hat, sowie zu den Weiterbildungen, die vom Unternehmen angeboten und erfolgreich absolviert wurden. Wichtig ist schließlich eine zusammenfassende Beurteilung.

Sozialverhalten

Danach folgt eine Bewertung des Sozialverhaltens. Hier ist wichtig, dass die Reihenfolge eingehalten wird, erklärt Knobbe. Es gilt der Grundsatz: Erst kommt der Vorgesetzte, dann folgen die Kollegen, und dann gegebenenfalls die Kunden. Kommen die Vorgesetzten in der Mitte oder hinten, ist das oft ein Zeichen, dass etwas nicht in Ordnung war. S

Schlusssatz

Das Arbeitszeugnis endet schließlich mit dem Schlussabsatz. Dort sollte zunächst einmal der Grund des Ausscheidens festgehalten sein. Im Idealfall steht dort, dass man das Ende selbst herbeigeführt hat und man sich beruflich neu orientieren will, erläutert Feichtner.

Gut ist auch, wenn der Arbeitgeber dem Berufstätigen anschließend für die Zusammenarbeit dankt – und er auch noch bedauert, dass er einen hervorragenden Mitarbeiter verliert. Ganz zum Schluss kommen die guten Wünsche für die Zukunft. Hier betont man, dass man für die Zukunft „weiterhin viel Erfolg“ wünscht.

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erstellt am 12.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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