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Selbst gemacht

10. Dezember 2016 | 09:55 Uhr

Serie: Selbstgemacht : Rosen in Beton gegossen

vom

In der zweiten Folge unserer Selbstgemacht-Serie zeigt uns Katharina Rademacher ihre Gewächse aus Beton

„Ich war etwa sechs Jahre alt, als ich das erste Mal mit Beton in Berührung kam“, erzählt die junge Frau, die in Plate nahe der Landeshauptstadt wohnt. Ihre Augen leuchten. Dann wendet Katharina Rademacher ihren Blick wieder in die vor ihr stehende Schüssel, gibt Wasser auf das graue Pulver und knetet die Masse durch. Damals habe sie bei ihren Großeltern einen Balkon mit einer kleinen Treppe für Marienkäfer an einem Baum gebaut.

„Doch als ich wieder gucken war, ob die Käfer auch die Treppe nutzen, waren sie natürlich weg“ , erinnert sich die 33-Jährige lächelnd. Heute gestaltet sie große und kleine Pilze für drinnen und draußen, aber auch   Kürbisse, Herzen, Grabschmuck und  Blumenampeln. „Und alles natürlich aus Beton.“ Ihr Lächeln wird breiter. Gerne macht sie sich die Hände schmutzig. „Ich war schon immer ein Modderkind“, fügt sie mit schelmischen Blick hinzu.

Ihre Lieblinge sind die Pilze. Von ihnen fertigt die junge Frau gleich mehrere an: „Die Konsistenz der Betonmasse muss knetbar sein“, erklärt Katharina. Dann nimmt sie einen großen Joghurtbecher, stülpt einen abgeschnittenen Fuß einer Strumpfhose über den Rand und füllt etwas von der Betonmasse hinein. Dabei wippt sie ein wenig hin und her. Im Hintergrund läuft das Radio. „Ich brauche einfach Musik bei der Arbeit“, sagt Katharina und summt mit.

Sie zieht den gefüllten Strumpf aus dem Becher, formt die Masse zu einem  Pilzstiel, zieht ihn lang. Dann hängt sie den Stiel  an eine eigens dafür angebrachte Vorrichtung in ihrer Werkstatt.  Aus dem Rest formt Katharina  den Pilzkopf.  „Nun muss die Masse  trocknen und aushärten.“ Das würde etwa einen Tag dauern. Kurz vor dem Aushärten wird der Pilzkopf noch einmal bearbeitet. „Ich vergrößere das Loch unterhalb der Haube, damit ich ihn auf den Stiel setzen kann“, erklärt Katharina. Sobald der Pilz trocken ist, wird er mit Schleifpapier geglättet.

So können Sie Mitmachen

Wollen Sie mit Ihren Ideen, andere auf Ideen bringen? Dann stellen Sie uns ihre großen und kleinen Projekte vor - schicken Sie eine E-Mail unter dem Stichwort „Selbst gemacht“ an redaktion@medienhausnord.de. Name, Telefonnummer und kurze Beschreibung nicht vergessen. Wir sind gespannt.

 

In ihrem „Werk 2“, so nennt Katharina Rademacher ihr kleines Kreativbüro, in dem sie die Sachen anmalt, geht es weiter. Die Mutter dreier Mädchen hat hier die Stücke  stehen, die bereits ausgehärtet sind. Sollen die Pilze in den Garten, bekommen sie einen wetterfesten Anstrich, für drinnen benötigen sie keine besondere Farbe. „Ich gestalte sie ganz nach den Wünschen meiner Freunde“, sagt Katharina. Ob rot gepunktet, lila oder grün, „alles kein Problem“, verspricht die gelernte zahnmedizinische Fachangestellte. Denn seit etwa einem Jahr verkauft sie die kleinen Dekorationsstücke auch von zu Hause, auf Märkten und im Blumenladen Scheffel in Plate. „Mein Traum ist es, von meinen angefertigten Dekostücken irgendwann leben zu können“, sagt die 33-Jährige und nimmt ihre sechs Monate alte Tochter Johannah Marie auf den Arm. Momentan ist die junge Mutter in Elternzeit und verbringt natürlich viel Zeit mit der Kleinen, aber auch mit dem Beton. „Jede freie Minute bin ich in meiner Werkstatt“, gesteht sie lachend.

Katharina grundiert einen Pilz mit weißer Farbe, danach bemalt sie ihn rot, zum Schluss bekommt er weiße Punkte. Zwischen diesen Arbeitsschritten muss die Farbe immer wieder trocknen. „Bis ein Pilz fertig ist, vergehen schon mal mehrere Tage“, erläutert sie. Oft wache Katharina nachts auf, hat eine Idee und muss sie zu Papier bringen. „Ich sammle auch Treibholz und mache daraus Lampen“, verrät die 33-Jährige.

Ihre Liebe gehört aber ganz klar der grauen Masse: „Meine Leidenschaft ist der Beton“, sagt Katharina und schaut dabei auf ihre gerade gefertigten Pilze.

Mehr von  Katharina Rademacher:  www.facebook.com/BirkenhamsterArt

Anleitung:

Aus Beton kann man viele schöne Sachen machen. Ganz einfach sind zum Beispiel Möbelgriffe:

1.  Zementgemisch, einen Schuss Spülmittel und Wasser gut durchkneten.

2. Die Masse in kleine Silikonförmchen (kleine Kuchenförmchen in Rosenform, Muffinförmchen o.Ä.) geben und etwas hin und her rütteln, damit Luftblasen verschwinden. Achtung: Damit sich der Beton später wieder löst, die Förmchen vor dem Befüllen mit Öl einreiben.

3. In die Masse nun Schrauben stecken. Wenn die Masse ein wenig angetrocknet ist, die Schrauben nochmals gerade ausrichten.

4. Ist die Masse ausgehärtet, können die einzelnen Möbelgriffe vorsichtig entnommen werden. Sie können je nach Geschmack bemalt werden.

5. Fertig sind die kleinen Kunstwerke: Sie können zum Beispiel an Schubladen oder Türen angebracht werden.

Tipp: Drückt man einen Magneten statt einer Schraube in die noch fechte Masse, bekommt man tolle, individuelle Zettelhalter für die Pinnwand.

Weitere Bastelideen in unserer "Selbst gemacht - Sammlung"

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erstellt am 08.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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