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Selbst gemacht

04. Dezember 2016 | 07:07 Uhr

Serie: Selbstgemacht : Natürlich eingeseift

vom
Aus der Onlineredaktion

Naturprodukte liegen Juliane Giesel am Herzen. In dieser Folge von Selbstgemacht erzählt sie warum

Jahrelang hatte sie Neurodermitis, ihre Haut war entzündet, juckte unerträglich, heute ist Juliane Giesel von der Krankheit befreit. Ihr Geheimnis: Naturkosmetik. „In der Pubertät wollte ich mich wie jedes Mädchen schminken. Doch die herkömmlichen Produkte aus der Drogerie brachten die Neurodermitis wieder zum Ausbruch.“

Das Thema ließ die junge Frau nicht los. Ihre Studienzeit verbrachte sie in Berlin und fand ein Mekka für Naturkosmetik-Freunde. „Das braucht Rostock auch“, dachte sie und eröffnete direkt nach ihrem Studienabschluss in Betriebswirtschaftslehre ein eigenes Geschäft.

Anfänglich verkaufte sie nur die Produkte von Händlern, mittlerweile hat sie ihre Palette um „Selbstgemachtes“ erweitert. Ob Lippenbalsam, Seife oder Deo – wenn Juliane Giesel nicht am Verkaufstresen steht oder Schmink-Tipps gibt, tobt sie sich in ihrer Küche aus. Neben dem passenden Equipment, also einem Mixer und Töpfen, ist für die Herstellung von Kosmetika vor allem eines notwendig: Experimentierfreude. Die bloße Fertigung von Seife nehme lediglich ein bis zwei Stunden in Anspruch, doch ist das Produkt dann noch nicht fertig. „Seife reift etwa vier Wochen nach“, erklärt Juliane Giesel. „Nach 24 Stunden ist die Konsistenz buttrig, dann schneide ich den Seifenblock in Stücke, nehme erste Schönheitskorrekturen vor und verpasse dem Ganzen einen Stempel.“

Gelagert werden die Zuschnitte in Holzkisten, auf den Schränken in ihrem Geschäft. Dort sei es ein wenig luftig, aber nicht zu sehr. „Das mag die Seife.“

Das Besondere am Selbstgemachten liege für die Rostockerin in der Individualität: „Ich kann mich kreativ ausleben, die Düfte auswählen und die Farbe. Außerdem gibt es schon genug Maschinen.“ An dem Rezept für ihr aluminiumfreies Deo tüftelte Juliane Giesel ein halbes Jahr. „Bis vor zwei Jahren gab es solche Antitranspirantien in keiner Drogerie. Dabei kann das Aluminium dem Körper großen Schaden zufügen.“

Menschen schwitzen aus gutem Grund: Hauptsächlich, um den eigenen Körper zu kühlen, aber auch um ihm schädliche Keime abzusondern. Aluminium versiegelt jedoch die Schweißdrüsen: Es sorgt dafür, dass sich die Haut zusammenzieht, sodass sich die Schweißkanäle verengen. „Unsere Körperfunktionen werden eingeschränkt“, fasst die Naturkosmetik-Expertin zusammen. Darüber hinaus stünden alubelastete Deodorants in Verdacht, Brustkrebs oder Alzheimer auszulösen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung sei in Tierversuchen festgestellt worden, dass sich Aluminium auf das Nervensystem auswirkt. Zudem konnten bei Brustkrebspatientinnen in der äußeren Brustregion erhöhte Aluminiumgehalte im Gewebe nachgewiesen werden. Über die Achselhöhle aufgenommenen Aluminiumsalze wurden daraufhin als Krankheitsauslöser vermutet.

Der Nachteil alufreier Deos sei, dass sie Achselnässe nicht einschränken. Juliane Giesels Creme-Deo wirke antibakteriell, sei deshalb erfolgreich gegen Gerüche und sorge zudem für ein trockenes Hautgefühl.

„Das ist mittlerweile das beliebteste Produkt in meinem Laden.“ Und das Beste: Es ist selbst gemacht.

Besonders gerne verwendet Juliane Giesel Sheabutter in ihren Rezepturen. Hervorragend wirksam zeige sich das aus der Frucht des Karitébaumes hergestellte Produkt bei Personen mit trockenerer Haut. „Einfach direkt nach dem Duschen auftragen, dann bindet die Sheabutter die Restfeuchtigkeit.“ Juliane Giesel hat auch einen Tipp für fettende Haut: „Es gibt pflanzliche Öle, die der Haut das Gefühl geben, dass genug Fett da ist, sodass sie insgesamt weniger fettet.“ Die Geschäftsfrau führt eine Ein-Personen-Manufaktur. Mit ihren handgefertigten Produkten betrachtet sie sich als Kämpferin gegen Vorurteile. „Ich merke immer wieder, dass Leute denken, Naturkosmetik bedeute ungepflegter Strubbellook. Für einige ist es richtig komisch, Natur zu riechen. Gerade von denen, die sich an Chemie gewöhnt haben, wird der natürlich Duft als ungewöhnlich wahrgenommen. Dabei ist die Naturkosmetik mittlerweile sehr modern.“

So wie Juliane Giesels Haarseife, die als Shampooersatz benutzt werden kann. „Im Grunde funktioniert die Herstellung wie bei einer herkömmlichen Seife, nur die benutzen Rohstoffe sind ein bisschen anders.“ Die Haarseife helfe bei Schuppenflechten und Juckreiz.

Biobalsam Naturkosmetik:
Große Wasserstraße 6,
Rostock,
Telefon: 0381 / 46 12 56 36,
E-Mail: info@bio-balsam.de,
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr

 

 

Badeseife

Mit guter Vorbereitung und ein wenig Geduld können Sie ganz einfach Seife selbst herstellen. Aber Vorsicht: Das Arbeiten mit Natronlauge kann die Haut angreifen und verätzen! Also immer Augen, Nase und Haut schützen!

1. Sie sollten in einem Raum mit fließendem Wasser arbeiten.
2. Sorgen Sie  für ausreichend Belüftung.
3. Um sich zu schützen, sollten Sie eine Schutzbrille sowie an Händen und Armen dicke Putzhandschuhe tragen. Neben einer  Schürze ist auch ein Mundschutz empfehlenswert.
4. Die Arbeitsgeräte sollten nicht aus Aluminium sein, da die Natronlauge diese zerstört. Verwenden Sie Behälter und Hilfsmittel aus Plastik oder Edelstahl. In der Regel brauchen Sie einen 4 bis 5 Liter fassenden Topf, einen kleinen Topf, Kochlöffel, Mixer, Plastikgefäße, Förmchen aus Plastik und eine Küchenwaage.

 

Zutaten (für zwei Blöcke)

100g Natronlauge
100g Kakaobutter
20g Mangobutter
20g Milchpulver
10g Sheabutter
Duft nach Wahl (Blüten, Kräuter, Dufttropfen)
Plastikform

 

Zubereitung

1. Nehmen Sie die Form und geben Sie Blüten, Kräuter oder Ihre Dufttropfen hinein.
2. Geben Sie Kakaobutter und Mangobutter in einen Topf oder in die Mikrowelle und schmelzen Sie beides zusammen. Dann die Sheabutter dazugeben. Nun die Pulverzutaten hinzufügen. Mischen Sie die Natronlauge  gründlich durch.
3. Jetzt können Sie alles in die Form geben und kalt stellen, bis die Seife vollständig ausgehärtet ist.

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erstellt am 16.Okt.2016 | 08:30 Uhr

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