zur Navigation springen

Selbst gemacht

07. Dezember 2016 | 09:33 Uhr

Serie: Selbstgemacht : Essbare Kunstwerke

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Anja Plöwka-Grunert backt Motivtorten. Ausschlaggebend war ihre Hochzeitstorte – sie gefiel ihr nicht

Die vierjährige Charlotte wirbelt durch die Küche. Holt einen kleinen Stoffesel hervor, legt ihn auf den Tisch und schaut dann ihrer Mutter Anja Plöwka-Grunert wieder gebannt zu. Die Augen der Kleinen glänzen. Sie lächelt. Charlotte lässt die kleine Rose, die ihre Mutter gerade aus Fondant formt, nicht aus den Augen. Sie ist eben eine Naschkatze, sagt Anja Plöwka-Grunert leise.

Die 43-Jährige backt für ihr Leben gerne. Aber keine langweiligen Kuchen, sondern Motivtorten. Wahre Kunstwerke. Oft sind sie mehrstöckig mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, mit Rosen, Blättern, Muscheln, Perlen, Girlanden und anderen Schnörkeleien und Ornamenten verziert. „Für mich war selbst gemacht schon immer mehr wert, als selbst gekauft“, sagt sie und kramt dabei in einer Pappschachtel voll mit Ausstechern und Fondant Werkzeugen.

Alles begann 2014, in dem Jahr heiratete Anja ihren Marco . „Wir kennen uns schon seit der Schulzeit“, erzählt sie. Doch wie es manchmal so ist, verlor man sich aus den Augen, lernte sich einige Zeit neu kennen und zog schließlich 2011 zusammen in eine Wohnung in Rostock. Der schönste Tag im Leben sollte natürlich etwas ganz Besonderes werden. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an die bestellte Kalorienbombe. „Geschmacklich gut – doch optisch entsprach sie so gar nicht meinen Vorstellungen“, erinnert sich die Mutter zweier Mädchen. „Eine Frau möchte ja was Besonderes haben, mit viel Schnickschnack und Verzierungen“, schmunzelt Anja. Doch für ihre eigene Hochzeit war es zu spät, die Torte musste so genommen werden, wie sie war.

Für eine andere Hochzeit konnte Anja ihr Talent entfalten: Denn ihr Bruder heiratete ein Jahr später. „Ich sagte, er könne das Geld sparen, ich zaubere ihm eine tolle Torte“, erzählt die gebürtige Brandenburgerin. Gesagt, getan. Anja kreierte eine Torte mit zwei Figuren und jeder Menge Blüten in unterschiedlichen Größen. Das edle Dress war in Creme und Rosa gehalten. „Es war dann ein Teil unseres Hochzeitsgeschenks“, freut sich die Rostockerin noch heute über die Geburtsstunde ihres neuen Hobbys.

So können Sie mitmachen

Wollen Sie mit Ihren Ideen, andere auf Ideen bringen? Dann stellen Sie uns ihre großen und kleinen Projekte vor - schicken Sie eine E-Mail unter dem Stichwort „Selbst gemacht“ an redaktion@medienhausnord.de. Name, Telefonnummer und kurze Beschreibung nicht vergessen. Wir sind gespannt.

Für eine weitere Vermählung, die einer ehemaligen Arbeitskollegin, wurde die 43-Jährige dann so richtig kreativ. Die Feier fand im Mai diesen Jahres im „Teepott“ in Warnemünde stand, „also musste eine maritime Torte her“.

„Wir Ossis können ja aus allem was zaubern“, sagt Anja lächelnd. Denn für die Torte mit Ostseeflair musste sie sich zunächst einmal einen Plan überlegen. So sammelte Anja Muscheln und machte mittels Fimo-Knete Abdrücke von ihnen. „Daraus konnte ich dann mit Fondant verschiedene Muscheln und Seesterne für die Hochzeitstorte machen“, erklärt Anja Plöwka-Grunert. Dreistöckig und cremefarben kam das essbare Kunstwerk daher.

Seitdem sind so einige Motivtorten entstanden: eine Yoda-Torte zur Einschulung des Nachbarjungen oder aber eine besondere Geburtstagstorte für die vierjährige Charlotte. „Eine Elsa-Torte“, berichtet das kleine Mädchen stolz. Sie sei nämlich ein großer Fan der Disney-Figur aus dem Streifen „Die Eiskönigin“. „Und so gab es die Torte passend zur Puppe“, erinnert sich Anja mit Blick auf Charlotte. Wieder leuchten die Augen des Mädchens.

Ihr Hobby zum Beruf machen – das will die Büroangestellte nicht. Zu groß wäre dann der Druck, unter dem sie stünde. Immer müsse man Aufträge haben, damit das Geschäft liefe. „Ich freue mich einfach, wenn ich anderen damit eine Freude machen kann“, sagt die 43-Jährige.

Und das gelingt ihr schon bald wieder. Denn für eine Helloween-Party in Charlottes Kindergarten hat Anja eine Torte in Kürbisoptik versprochen. „Darauf freue ich mich schon“, schwärmt die Kleine und beäugt die Rosen aus Fondant.

 

Kleine Rosen selbstgemacht - Die Anleitung

Mit guter Vorbereitung und ein wenig Geduld können auch Sie ganz einfach Ihre Torten verzieren. Sie benötigen eine Unterlage, ein Rollholz, etwas Speisestärke, Fondant, eine Rosenschablone sowie einen Modellierstab mit einer Metallkugel. Und schon kann es losgehen:

1. Kneten Sie das Stück Fondant gut durch.
2. Bestreuen Sie die Unterlage mit etwas Speisestärke, damit das Fondant beim Ausrollen nicht anklebt.
3. Rollen Sie das Fondant aus.
4. Nehmen Sie den Ausstecher (im Internet erhältlich, aber auch in größeren Supermärkten) und drücken Sie ihn fest auf die ausgerollte Masse.
5. Nun nehmen Sie den Modellierstab und rollen mit der Kugel die Ränder ab. Dann werden die Blüten der Rose feiner.
6. Klappen Sie die untere Hälfte der Masse nun über die obere.
7. Rollen Sie die Masse anschließend zusammen. Und Sie sehen: Es entsteht eine Rose.
8. Das untere Ende der Rose können Sie abschneiden, dann kann man sie später auf der Torte platzieren.
9. Noch ist die Fondantrose sehr weich. Lassen Sie sie aushärten.
10. Gestalten Sie nach dieser Anleitung so viele Rosen wie Sie mögen und verzieren Sie Ihre Torte am nächsten Tag mit den kleinen Kunstwerken: Dazu feuchten Sie die Rosen mit Wasser am unteren Ende an und platzieren sie an die gewünschte Stelle auf der Torte.

Tipp: Stechen Sie auch Blätter aus grünem Fondant aus. Dann wirkt Ihre Torte gleich noch schöner.

>> Weitere Bastelideen in unserer "Selbst gemacht - Sammlung"

>> Videos mit Anleitungen finden Sie in unserem Youtube-Channel.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Okt.2016 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen