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Ratgeber

23. Januar 2017 | 15:48 Uhr

Sternenhimmel : Riesiger Vollmond im Oktober

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sonne, Mond und Sterne in diesem Monat: Am Abendhimmel verabschieden sich Sommersternbilder. Die Tageslänge verkürzt sich deutlich.

Mit fortschreitender Abenddämmerung zeigt sich im Oktober tief im Südwesten der Abendstern, die Venus. Venus ist zwar der hellste aller Planeten, wegen der horizontnahen Stellung ist der innere Nachbarplanet der Erde aber noch nicht besonders auffällig. Am 3. wandert die schmale Sichel des zunehmenden Mondes an Venus vorbei.

Zweimal kommt der Mond im Oktober in Neumondposition: am 1. um 2.11 Uhr und dann am 30. um 18.38 Uhr. Vollmond tritt am 16. um 6.23 Uhr ein, wobei der Mond besonders groß erscheint. Denn nur einen Tag später passiert er seinen erdnächsten Bahnpunkt, wobei ihn 357 860 Kilometer von uns trennen. Das Zusammentreffen von Vollmond und Erdnähe führt zu Springfluten mit besonders hohem Tidenhub.

Nicht nur Venus, auch Mars und Saturn sind noch am Abendhimmel sichtbar. Beide stehen knapp über dem Südwesthorizont. Gegen Ende Oktober zieht sich Saturn vom Abendhimmel zurück. Am 30. wird Saturn von Venus weit südlich überholt. Um Saturn noch zu erkennen, empfiehlt es sich, ein Fernglas zu benutzen. Auch Mars ist nicht mehr leicht auszumachen. Kurz nach 22 Uhr wird er im horizontnahen Dunst unsichtbar und geht unter. Zu Monatsbeginn ist der flinke Merkur gut am Morgenhimmel erkennbar – ab 6 Uhr knapp über dem Osthorizont. In der zweiten Oktoberwoche zieht sich Merkur vom Morgenhimmel zurück und wird unsichtbar.

Jupiter hingegen, der in den letzten Wochen unbeobachtbar nahe der Sonne am Taghimmel stand, taucht Mitte Oktober am Morgenhimmel auf. Der weiß glänzende Riesenplanet wandert durch das Sternbild Jungfrau. Ende Oktober geht Jupiter schon um 4.35 Uhr auf.

Uranus kommt zur Monatsmitte in Opposition zur Sonne. Der grünliche Planet steht somit der Sonne am irdischen Firmament genau gegenüber und ist die gesamte Nacht am Sternenhimmel präsent. Um Uranus im Sternbild Fische zu entdecken, ist ein Fernglas oder Teleskop nötig. Er ist so lichtschwach, weil er doppelt so weit von der Sonne entfernt ist wie Saturn.

Am abendlichen Fixsternhimmel steht das Sommerdreieck mit den drei hellen Sternen Wega, Deneb und Atair noch hoch am Westhimmel. Der Große Wagen steht knapp über dem Nordhorizont.

Das Himmels-W, die Kassiopeia, ist hoch über unseren Köpfen zu sehen. Die mittlere Spitze des Sternen-W’s deutet auf den Polarstern, der das Deichselende des Kleinen Wagens markiert. Der Kleine Wagen ist viel schwerer zu erkennen als der Große, da die meisten seiner Sterne viel lichtschwächer sind.

Hoch im Süden hat das Herbstviereck die Mittagslinie fast erreicht. Es gehört zum Sternbild Pegasus, ein Fabelwesen in Gestalt eines geflügelten Pferdes. An die Nordostecke des Pegasusquadrats schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. Gute Augen erkennen bei hervorragenden Sichtbedingungen im Sternbild Andromeda ein längliches Lichtfleckchen, den An-dromedanebel. Er ist ein Sternensystem aus einigen Hundert Milliarden Sonnen. Die Andromedamilchstraße ist das fernste Objekt, das man mit bloßen Augen sehen kann. Das Licht dieser fernen Sterne ist fast drei Millionen Jahre zu uns unterwegs, das entspricht einer Distanz von 30 Trillionen Kilometer – eine wahrhaft astronomische Zahl.

Trotz dieser enormen Entfernung ist die Andromedagalaxie unsere Nachbarmilchstraße – die anderen großen Galaxien sind noch viel weiter entfernt.

Südlich der Andromeda stößt man auf das Tierkreisbild Widder. Zwischen Widder und Andromeda befindet sich das kleine Sternbild Dreieck, lateinisch Triangulum. Hoch im Osten hat sich der Fuhrmann breitgemacht. Den Südosten nimmt der ausgedehnte Walfisch ein. Er ist kein Tier im zoologischen Sinn, sondern ein Fabelwesen, ein Meeresungeheuer, lateinisch Cetus genannt. Die Sonne wandert am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn durch das Sternbild Jungfrau. Am 31. Oktober wechselt sie in das Sternbild Waage. In das Tierkreiszeichen Skorpion tritt die Sonne am 23. Oktober. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um fast elf Grad ab, die Tageslänge verkürzt sich in Hamburg um zwei Stunden und drei Minuten, in Stuttgart um eine Stunde und 44 Minuten.

Autor: Hans-Ulrich Keller

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