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Reise und Tourismus

01. Oktober 2016 | 05:12 Uhr

Grönland : Völlig anders als Europa

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eine Expedition mit dem Kreuzfahrtschiff bis in die Disko-Bucht – Natur pur in gewaltigen Formationen

„Grönland ist völlig anders als Europa, es fehlen Straßennetze, es ist gar nicht möglich, über Land von Stadt zu Stadt zu gelangen, daher ist das Schiff eine komfortable Art, um mehr als nur eine Stadt innerhalb Grönlands zu bereisen“, meint der Historiker und Grönlandexperte David Bobisch. Folgen wir also seinem Rat, steigen in Kiel oder Hamburg z.B. auf ein „AIDA“-Kreuzfahrtschiff, passen die Uhrzeit auf der Reise viermal an und haben die erste wunderschöne, spektakuläre Durchfahrt durch die Prins-Christian-Sund-Passage an der Südspitze Grönlands vor uns. Scharf geschnittene Felsen von grandiosen, im Licht funkelnden Gletschern geschaffen, sind einzigartige Fotomotive. Langsam passiert das Schiff eindrucksvolle Eisberge, die zum Greifen nah sind. Gesteuert wird das Schiff von einem erfahrenen Eislotsen, der uns sicher durch die Meerenge bringt. Ungefähr auf der Hälfte der Durchfahrt zwischen steil abfallenden Bergflanken und kalbenden Gletschern liegt ein kleines Inuit-Dorf mit ca. 100 Einwohnern.

Nach so vielen Eindrücken erreichen wir die Westküste Grönlands, die dank der Ausläufer des Golfstroms, auch im Winter für Schiffe befahrbar ist. Hier liegt ca. 250 Kilometer unterhalb des Polarkreises die nördlichste Hauptstadt der Welt, Nuuk. Etwa 17  000 der insgesamt 56  000 Einwohner Grönlands leben hier. Eine Stadt der Kontraste, Wohnblocks aus den 60er- und 70er-Jahren wechseln sich ab mit alten, bunten Reihenhäusern. Eine Fußgängerzone lädt zum Einkaufsbummel ein, Restaurants bieten Sushi nach grönländischer Art und landeseigenes Bier an. Die neue Universität bietet 650 Studierenden Platz. Doch nur ein paar Schritte landeinwärts, und die Natur Grönlands liegt wieder vor uns.

Natur pur in gewaltigen Formationen erleben wir dann weiter nördlich, in der Disko-Bucht. Eisberge, soweit das Auge reicht, treiben durch die Bucht und nehmen häufig Kurs nach Süden. So war es wohl auch am 14. April 1912, als ein aus dieser Bucht stammender Eisberg die „Titanic“ in den Untergang schickte. Vater dieser schwimmenden Eisberge ist der Jakobshavn-Gletscher, er ist der produktivste Gletscher der ganzen Welt, kein anderer kalbt mehr Eisberge als er. Der Eislotse auf der Brücke hat ein wachsames Auge. Einzigartige Motive bieten sich durch den großartigen und unfassbaren Formenreichtum der Natur. Eine Umgebung, die sich ständig durch Wegschmelzen und Abbrechen des Eises verändert.

Als nächstes machen wir in Sisimiut fest. Auffallend sind die für Grönland typischen bunten Holzhäuser, sie erinnern an Legobausteine. In der Mitte des Ortes liegt das alte Kolonialzentrum mit der ältesten Kirche Grönlands aus dem Jahre 1775. Doch die Kuriosität in diesen Breitengraden ist das einzige beheizte Freibad Grönlands.

Wilfried Kocnher

Info: „AIDA“ z. B. bietet im Juli 2017 eine Reise von Hamburg an die Westküste Grönlands an, www.aida.de.







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