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Medizin und Gesundheit

08. Dezember 2016 | 17:03 Uhr

Lesertelefon : Firmenservice hilft nach der Reha

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Von der Wiedereingliederung in den Beruf bis zur Unterstützung im Rentenalter: Expertinnen beantworteten Fragen unserer Leser.

„Rehabilitation“ war gestern das Thema unserer Telefonaktion. Die zahlreichen Fragen beantworteten Manuela Budewell von der Deutschen Rentenversicherung Bund und Cornelia Schümann von der Deutschen Rentenversicherung Nord. Hier eine Zusammenfassung:

Meine Tochter ist jetzt in der 11. Klasse. Sie war wegen einer schweren Erkrankung schon zweimal zur Reha, würde gern nach dem Abitur noch mal in die Rehabilitation, weil ihr das wirklich gut tut. Allerdings ist sie dann schon 18 Jahre alt. Ist das dann noch möglich?

Ja, das ist möglich. Grundsätzlich können Kinder bis zum 18. Lebensjahr zur Kinder-Reha. Wer über das 18. Lebensjahr hinaus eine Schul- oder Berufsausbildung, ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst absolviert, kann sogar bis zum 27. Lebensjahr eine Kinder-Reha bekommen.

Ich bin Altersrentnerin, hatte eine Hüft-Operation, und wollte wissen, wie es sich jetzt mit einer Reha verhält. Wo muss ich die beantragen?

Wer wie Sie bereits in Rente ist, muss sich wegen einer Rehabilitation an seine Krankenkasse wenden.

Ich bekomme eine Erwerbsminderungsrente. Kann ich eine Reha bekommen?

Ja, Leistungen zur medizinischen Rehabilitation können Sie erhalten. Voraussetzung ist hier die begründete Einschätzung, dass Sie durch die Reha voraussichtlich wieder arbeiten können, das heißt, Ihre Erwerbsfähigkeit wieder hergestellt wird.

Ich bin Altersrentnerin, hatte einen Wirbelbruch. Mein Antrag auf Anschlussrehabilitation wurde abgelehnt. Heißt das, dass ich jetzt überhaupt nicht zur Reha fahren kann?

Nein, Sie können einen ganz normalen Antrag auf medizinische Reha stellen, und zwar bei Ihrer Krankenkasse.

Ich habe eine ambulante Reha bewilligt bekommen. Muss ich etwas zuzahlen?

Bei einer ambulanten Reha nicht. Für stationäre Leistungen beträgt die Zuzahlung höchstens zehn Euro pro Tag für maximal 42 Tage im Kalenderjahr. Vorher geleistete Zahlungen an eine gesetzliche Krankenkasse können angerechnet werden.

Ich wurde an der Schilddrüse operiert. Kann ich zur Reha?

Jeder kann jederzeit einen Reha-Antrag stellen. Die Antragsformulare können Sie sich von der Rentenversicherung zuschicken lassen. Darunter ist auch ein Formular für den Befundbericht, den Ihr Arzt ausfüllen muss. Wenn Sie Hilfe bei der Antragstellung benötigen, können Sie sich an die nächstgelegene Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung wenden. Alle Unterlagen schicken Sie an den Rentenversicherungsträger zur Prüfung.´

Ich hatte im Juni die zweite Hüft-Operation, dann die übliche Anschlussheilbehandlung. Seit einiger Zeit habe ich den Eindruck, dass es schlechter geht mit dem Laufen. Außerdem sind die Schmerzen wieder stärker geworden. Kann ich unter diesen Bedingungen noch eine Reha bekommen?

Ja, im Falle der Verschlimmerung Ihres Zustandes, ist eine weitere medizinische Reha möglich.

Hat jeder einen Rechtsanspruch auf eine Reha?

Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, Rehabilitationen sind Ermessensleistungen. Rehas werden unter bestimmten versicherungsrechtlichen und persönlichen Voraussetzungen gewährt. Die persönlichen Voraussetzungen sind gegeben, wenn Ihre Arbeitsfähigkeit durch Krankheit oder Behinderung erheblich gefährdet oder eingeschränkt ist und eine Rehabilitation wesentlich entgegen wirken kann.

Nach einem Herzinfarkt war ich zur Reha. Im Abschlussbericht wurde empfohlen, dass ich zu einer Reha wegen psychosomatischer Belastungen soll. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Was soll ich machen?

Sie können Widerspruch einlegen mit der Begründung, dass diese Reha bereits von den Ärzten empfohlen wurde und dass es sich um eine andere Krankheit handelt.

Gibt es auch bei Bandscheibenleiden Rehabilitationen von der Rentenversicherung?

Nicht die Erkrankung selbst ist wichtig für die Rentenversicherung und deren Leistungen, sondern die Auswirkung Ihrer Krankheit auf Ihre konkrete Arbeitsfähigkeit. Mit der Reha soll Ihre Arbeitsfähigkeit weitestgehend wieder hergestellt werden.

Muss ich für die Reha Urlaub nehmen?

Nein, Sie sind in dieser Zeit krankgeschrieben und haben den gesetzlichen Anspruch auf Lohnfortzahlung durch Ihren Arbeitgeber. Besteht kein Anspruch mehr auf Lohnfortzahlung, können Sie von der Rentenversicherung Übergangsgeld bekommen, das Sie ebenfalls beantragen müssen. Außerdem übernimmt die Rentenversicherung unter anderem die Fahrtkosten und Kosten für den Gepäcktransport zur Reha-Klinik.

Ich bin Altersrentner. Bezahlt die Rentenversicherung eine Reha für mich?

Eine Reha für Altersrentner wird nur dann von der Rentenversicherung übernommen, wenn eine onkologische Krankheit vorausgegangen ist. In anderen Fällen müssen Sie sich an Ihre Krankenversicherung wenden.

Ich bin Rentnerin, hatte Krebs. Ist Die Rentenversicherung in diesen Fällen für Rehabilitation zuständig?

Bis zum Ablauf eines Jahres nach einer abgeschlossenen Erstbehandlung können Sie eine onkologische Reha von der Rentenversicherung bekommen; in Ausnahmefällen ist das bis zwei Jahre nach der Erstbehandlung möglich. Onkologische Reha-Maßnahmen werden stationär oder ganztätig ambulant durchgeführt – normalerweise drei Wochen lang, die Dauer kann sich je nach Diagnose und Behandlungsverlauf verlängern.

Ich bin 72, habe Schuppenflechte und Rheuma. Kann ich auch eine Rehabilitation bekommen?

Ja, wenden Sie sich deswegen an Ihre Krankenkasse.

Ich bin Rettungsassistent. Ich möchte wissen, ob es für Berufstätige, deren Arbeit stark Rücken belastend ist, vorbeugende Reha-Maßnahmen gibt.

Vorbeugend in dem Sinne, dass eine medizinische Indikation bereits vorliegen muss. Das heißt, Ihre Arbeitsfähigkeit muss erheblich gefährdet oder eingeschränkt sein, und durch eine Rehabilitation sollte die Arbeitsfähigkeit weitestgehend wieder hergestellt werden können.

Meine Reha wurde abgelehnt. Was kann ich machen?

Innerhalb eines Monats, nachdem Sie den Bescheid bekommen haben, können Sie Widerspruch einlegen. Fügen Sie dem Widerspruch eine persönliche Begründung bei. Gut wäre es auch, wenn Ihr Arzt die Notwendigkeit erneut mit ein paar Zeilen begründen würde. Ihr Antrag wird auf jeden Fall nochmals geprüft, und zwar von einer anderen Abteilung.

Ich soll zu einer stationären Kur. Kann ich den Ort und die Einrichtung wählen?

Ein Wunsch- und Wahlrecht haben Sie durchaus. Sie sollten Ihren Wunsch begründen – zum Beispiel: Ich möchte in diesen Ort, weil meine Verwandten dort leben und mich regelmäßig besuchen möchten.
Die endgültige Entscheidung treffen jedoch die Renten- oder Krankenversicherung, weil die Besserung Ihres Gesundheitszustandes im Vordergrund steht. Haupt- und Nebendiagnose Ihrer Krankheit geben letzten Endes den Ausschlag für die Wahl der Reha-Einrichtung.

Ich bin Altenpflegerin. Kann ich etwas tun, damit meine Rückenprobleme nicht chronisch werden? Gibt es da Möglichkeiten über die Rentenversicherung?

Ja, die Deutschen Rentenversicherung bietet Präventionsleistungen an, um Krankheiten vorzubeugen. Das Programm beinhaltet unter anderem richtige Ernährung, Bewegung sowie Ratschläge zum Umgang mit psychischen Belastungen. Sprechen Sie die Rentenversicherung darauf an.

Vor fünf Jahren war ich zur Reha nach einer Rückenoperation. Jetzt habe ich auch Asthma. Kann ich noch mal zur Reha?

In aller Regel können Versicherte alle vier Jahre eine Reha in Anspruch nehmen, sofern es medizinisch begründet ist. Haben sich die Beschwerden verschlimmert oder sind neue hinzugekommen, ist das in kürzeren Abständen möglich.

Mein Bruder ist vermutlich alkoholkrank. Wir haben Angst, dass er über kurz oder lang seinen Job verliert. Gibt es von der Rentenversicherung auch Rehabilitationen für diese Fälle?

Ihr Bruder kann einen Reha-Antrag stellen, und zwar in einer Suchtberatungsstelle. Diese leitet den Antrag an die Rentenversicherung zur weiteren Bearbeitung weiter.

Ich hatte im Mai ein Krebs-OP, danach eine Anschlussheilbehandlung. Jetzt hieß es, dass ich eine Reha beantragen kann. Macht das der Arzt, oder muss ich das machen?

Den Antrag auf eine so genannte Nachsorge müssen Sie selbst beim Rentenversicherungsträger stellen. Ein Arztbefund ist Teil des Antrags.

Ich will nach langer Krankheit wieder arbeiten, werde aber meinen Beruf als Koch aufgeben müssen. Ich habe meinen Arbeitgeber gefragt, ob er mich woanders einsetzen kann. Der tut sich schwer. Kann die Rentenversicherung helfen?

Die Deutsche Rentenversicherung hat einen Firmenservice – speziell für Arbeitgeber, Werks- bzw. Betriebsärzte, Betriebsräte und Schwerbehindertenvertretungen. Dieser Service hilft etwa bei der dauerhaften Wiedereingliederung von Beschäftigten nach längerer Krankheit. Ihr Arbeitgeber kann sich per Email unter firmenservice@deutsche-rentenversicherung.de an uns wenden oder unter der Telefonnummer 0800 1000 453. Alternativ können Sie selbst einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben stellen – und zwar bei dem für Sie zuständigen Rentenversicherungsträger.

Weitere Informationen finden Sie unter:
- www.deutsche-rentenversicherung.de

- kostenlose Service-Hotline der Deutschen Rentenversicherung: 0800 1000 48 00

 


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erstellt am 01.Dez.2016 | 12:00 Uhr

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