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Ratgeber

03. Dezember 2016 | 18:43 Uhr

Kolumne : Gefühlt viiieeel zu früh…

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gestaltung von Staudenbeeten

Bei der Gestaltung von Staudenbeeten, so habe ich gelernt, sollte auch der Winter bedacht werden. Gräser, Stauden mit attraktiven Samenständen und welkendes Laub können in der kalten Jahreszeit attraktive Akzente setzen. Blätter bekommen Frostzuckerränder, verdörrte Blüten lustige Schneemützen. Soweit die Theorie. Doch die Praxis sieht leider manchmal ganz anders aus. Gefühlt viiiiiiiiieeeeel zu früh kam in diesem Jahr der Winter und brachte unserem Dorf gleich am ersten Tag Massen von Schnee. Eine Decke von fast 30 Zentimeter legte sich auf alles. Ein friedliches Bild, meinte ein Bekannter im Dorf. Und mein Mann machte Fotos von ein paar Kopfweiden, die sich in „Palmen“ verwandelt hatten. Doch die Gärtnerin in mir konnte sich so gar nicht über die weiße Wunder-Welt freuen. Denn einige meiner Pflanzen hatten bis zu dem Tag noch nicht ihr Blattwerk abgeworfen. Die Schneelast drückte die Gehölze zu Boden. Meine zwei Meter große Rispenhortensie (Hydrangea paniculata ‘Limelight’) auf dem Hof ist unter den Schneebergen auf dem Staudenbeet kaum auszumachen; auch die Äste der fast drei Meter hohen Zaubernuss neigen sich bedrohlich bis zum Boden. Erste Bruchschäden sind ausgemacht; weitere zu befürchten. Auch in den Staudenbeeten wird nach dem Schmelzen des Schnees wenig von der herbstlichen Schönheit übrig sein. Chinaschilfe, Reitgräser, Pfeifengräser sind umgefallen; allein ein paar Samenstände von Brandkraut und Sonnenhut halten die Stellung. Es heißt ja, zu den Tugenden eines Gärtners gehört die Gelassenheit, das Hinnehmen von Unausweichlichem. Ich habe das Gefühl: Dieser Wintereinbruch stellt mich auf eine harte Probe.

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erstellt am 14.Nov.2016 | 09:00 Uhr

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