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Garten und Blumen

27. März 2017 | 20:17 Uhr

Aussaat beginnt : Kickstart in die Gartensaison

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bald können die ersten Samen für Gemüse, Kräuter und Blumen gesät werden. Das Saatgut muss nicht jedes Jahr frisch gekauft werden

Wenn die ersten Sonnenstrahlen den kalten Boden erwärmen, geht es los: Die ersten Samen dürfen in die Erde. Allerdings noch im Topf auf der Fensterbank. Neues Saatgut ist dafür nicht immer notwendig. „Die meisten Samen sind in der Regel mehrere Jahre keimfähig, wenn sie trocken und luftdicht in einem Schraubglas gelagert werden und keinen extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind“, sagt Cornelia Lehmann vom Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg.

Seine besten Erfahrungen hat Hartmut Clemen mit Tomaten gemacht: „Die Samen keimen auch noch nach fünf Jahren“, sagt der Landesfachberater der Gartenfreunde Bremen. Vier bis fünf Jahre hält Saatgut von Gurke, Mangold, Kürbis, Zucchini, Rettich, Radieschen, Roter Beete, Spinat und diversen Kohlarten. Pastinaken aber sollte man jedes Jahr frisch kaufen. Schwarzwurzeln, Erbsen, Bohnen, Porree, Dill, Schnittlauch und Petersilie gelten für ein bis zwei Jahre lang als brauchbar.

Für den Handel schreibt die Saatgutverordnung eine Keimfähigkeitsquote vor. Aber auch im Hobbybereich lohnt es sich, eine Keimprobe zu machen – insbesondere bei Salaten und Hackfrüchten wie Möhren, Roter Beete, Schwarzwurzeln und Pastinaken, die direkt im Garten ausgesät werden. „Bevor man erkennt, dass man nachsäen oder sogar neues Saatgut kaufen muss, können Tage ins Land gehen. Diese Zeit kann man oft nicht wieder einholen“, erklärt Erika Brunken, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie.

Manche Samen nicht bedecken
Die ersten Gemüse- und Blühpflanzen werden schon zum Winterende hin auf der Fensterbank im Haus vorgezogen. Auf so manchem Samentütchen steht Verwirrendes: Die Samen nicht mit Erde bedecken. Aber wie kann das sein? Wachsen die Pflanzen nicht immer in der Erde? Nein, und bei den Pflanzen mit dem Vermerk handelt es sich um sogenannte Lichtkeimer. Dazu gehören zum Beispiel Basilikum, Bohnenkraut, Oregano, Estragon, Majoran, Thymian und Zitronenmelisse, erklärt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Anders als bei den Dunkelkeimern darf ihr Saatgut tatsächlich nicht mit Erde bedeckt werden – es wird nur angedrückt. Allenfalls Zeitungspapier ist als Abdeckung gegen Feuchtigkeitsverlust bis zur Keimung erlaubt. In vielen Fällen erkennt man die Lichtkeimer: Ihre Samen sind klein und leicht, sie haben kaum sogenanntes Nährgewebe. Das hat in der Natur Vorteile: Sie werden oft vom Wind davongetragen und bleiben dann irgendwo auf dem Boden liegen.

Für eine Keimprobe legt man eine flache Schale, einen Teller oder einen Plastikbehälter mit Küchenkrepp, Papiertaschentuch oder Kaffeefilter aus, feuchtet die Lagen gut an und legt zehn Samen darauf aus. „Die Samen sollten sich nicht berühren, damit sie sich nicht gegenseitig beeinflussen und genügend Platz haben, um Keimlinge zu bilden“, erläutert Lehmann. Dann die Schale mit Frischhaltefolie überspannen, damit die Feuchtigkeit nicht verdampft. Sie kommt an einen hellen, warmen Ort.

Als ideal gilt eine Raumtemperatur von 21 bis 23 Grad – ausgenommen für Pflück- und Kopfsalate. Hier sollte die Temperatur nicht über 16 Grad liegen. Bei einem Standort direkt über der Heizung ist regelmäßiges Nachfeuchten nötig. „Das Papier sollte nicht austrocknen, sondern immer gleichmäßig feucht sein“, erklärt Lehmann.

Zwei Wochen dauert eine Keimprobe, bei Dill und Petersilie sind es drei bis vier Wochen. „Je schneller ein Samen keimt und sich die Keimpflanze entwickelt, umso vitaler ist das Saatgut und später auch die einzelne Pflanze“, erklärt Lehmann. Geht am Ende weniger als die Hälfte des Saatgutes auf, ist es ratsam, neues zu kaufen und das alte als Vogelfutter zu verwenden.

Allerdings nur aus wirtschaftlicher Sicht: „Wenn das Saatgut für den Gartenliebhaber einen besonderen Wert besitzt, er es geschenkt bekommen hat oder es sich um eine alte Sorte handelt, kann man es natürlich noch aussäen“, sagt Brunken. „Gesundheitliche Bedenken gibt es nicht.“ Und immerhin bekommt man einige Pflanzen.

Wer Pflanzen ziehen möchte, sollte sich noch ein wenig in Geduld üben. In der Regel können Frühgemüse und Sommerblumen zwar ab Ende Februar im warmen Haus angezogen werden. Doch nicht immer tut man ihnen damit einen Gefallen. „Anfang bis Mitte April ist für die Anzucht im Haus früh genug, vor allem im norddeutschen Raum“, sagt Clemen, der auch Leiter des Beratungszentrums FlorAtrium ist.

 

Melanie Öhlenbach

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