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Garten und Blumen

25. März 2017 | 06:44 Uhr

Bauen : Flachdächer sind meist nicht flach

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eine Neigung von mindestens zwei Prozent sorgt dafür, dass sich kein Regenwasser oder Schnee ansammelt.

Der Trend geht zum Flachdach. Denn es schafft zusätzlichen Raum auf dem Haus. Der lässt sich zum Beispiel als Terrasse, Dachgarten oder Parkplatz nutzen. Mit der wachsenden Beanspruchung steigen allerdings auch die Ansprüche an Planung und Ausführung von Flachdächern. „Das Flachdach gehört zu den am stärksten beanspruchten Bauteilen am Gebäude“, erklärt Dietrich Kabisch vom Bauherren-Schutzbund.

„Flachdächer verzeihen nicht die kleinste Unachtsamkeit“, erläutert Josef Rühle vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks. „Sie müssen bauphysikalisch exakt durchdacht und dann von versierten Spezialisten errichtet werden.“ Denn Flachdächer zeichnen sich durch eine flächige fugenlose Abdichtung aus und sie überbrücken teilweise große Spannweiten. Dabei sind sie unter Umständen sehr hohen Gewichtsbelastungen durch Nutzflächen mit Belägen, Schnee oder stehendem Wasser ausgesetzt.

Flachdächer gibt es als Warm- oder Kaltdächer. „Die eine Version ist nicht per se besser als die andere“, stellt Rühle klar. Beide haben Vor- und Nachteile. Die älteste Konstruktionsart ist das belüftete Dach, auch Kaltdach genannt. Dieses hat zwei Schalen. Unter der Dachhaut befindet sich ein Freiraum, die Hinterlüftung. Dort zirkuliert Luft, was ermöglicht, dass Feuchtigkeit, die aus dem Inneren des Hauses abzieht, abtransportiert wird. Das Dach bleibt trocken.

Wegen der fehlenden oder geringen Neigung von Flachdächern bestehe aber die Gefahr, dass der Luftaustausch durch Windsog und -druck zu gering ist und deshalb die natürliche Lüftung nicht ausreicht. „Dann sollte man über ein Warmdach nachdenken“, so der Experte.

Das Warmdach wird einschalig ausgeführt. Alle Schichten liegen unmittelbar auf der tragenden Decke auf. Früher neigten Warmdächer mit einer falschen Dampfsperre aber dazu, feucht zu werden durch die ausströmende Raumluft. „Mit der Entwicklung leistungsfähiger Dampfbremsen hat sich das aber geändert“, sagt Rühle. „Heutzutage sind Warmdächer die bevorzugte Konstruktionsform beim Flachdachaufbau.“

Flachdächer sind, anders als ihr Name suggeriert, nicht immer flach. Die meisten Flachdächer werden mit einer Neigung von mindestens zwei Prozent geplant. „Das sieht auch die Flachdachrichtlinie vor“, erklärt Bauberater Kabisch. Er rät auch: „Wo es möglich ist, sollte ein leichtes Gefälle eingeplant werden. Es ist für den Betrachter kaum zu sehen, leistet aber gute Dienste.“

Auf Nullgraddächern sammelt sich Regenwasser und Schnee. Wenn dann die Dachabdichtung auch nur ein winziges Leck hat, kann das Wasser in die gesamte Konstruktion eindringen und Schäden verursachen.

Ob ein Flachdach mit oder ohne Gefälle gebaut wird, hängt von seiner Nutzung ab. Manchmal ist es notwendig, auf das Gefälle zu verzichten, zum Beispiel beim Bau einer barrierefreien Terrasse.

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