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Essen und Trinken

06. Dezember 2016 | 18:58 Uhr

Pseudogetreide : Kleines Korn, aber oho

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sie sind nicht groß, begegnen einem aber mittlerweile in vielen Rezepten oder im Supermarktregal: Chia, Quinoa und Amaranth.

Chia, Amaranth, Buchweizen und Quinoa: Die kleinen Körner sehen aus wie Getreide, sind aber keins. Alle Sorten zählen zum sogenannten Pseudogetreide. Einige der Samen finden sich nicht nur in Bioläden, sondern mittlerweile auch im Supermarkt. Doch was können Amaranth und Co., was herkömmliches Getreide nicht kann? Und sind die Samen tatsächlich gesünder?

Den Trend zu Chia und anderem Pseudogetreide erklärt sich Prof. Hans Hauner durch den hohen Nährstoffgehalt: Es enthält Stärke, Eiweiß, Fett, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Hauner ist Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin. Gerade Vegetarier und Veganer können durch Pseudogetreide ihren Nährstoffbedarf leicht decken.

„Chiasamen sind eine der reichhaltigsten Nahrungsquellen für ungesättigte Fettsäuren überhaupt“, sagt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Auch der Proteingehalt von etwa 20 Prozent macht das Pseudogetreide besonders beliebt bei Vegetariern, Veganern und Sportlern.

Ein wichtiger Punkt, worin sich herkömmliches Getreide von Pseudogetreide unterscheidet: Es enthält kein Gluten. Das ist gut für Menschen mit Unverträglichkeiten, generell gesünder ist es dadurch aber nicht.

Außerdem lässt sich ohne das Klebereiweiß kein Brot oder Kuchen backen, erklärt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Pseudogetreide hat einen leicht nussigen Geschmack und wird häufig mit Fleisch oder Fisch kombiniert. Durch den etwas bitteren Geschmack von Quinoa empfiehlt Clausen, Gemüse damit zu füllen oder Aufläufe damit zu würzen. Zubereitet wird es ähnlich wie Reis.

Wichtig ist, Pseudogetreide vor dem Essen immer einzuweichen, zu waschen und zu kochen. Denn Quinoa und Amaranth enthalten Anteile von Pflanzenstoffen, die die Aufnahme von Mineralstoffen im Körper behindern können.

Pseudogetreide kann Abwechslung in den eigenen Speiseplan bringen – allerdings ist das nicht ganz günstig. In den westlichen Ländern sind Amaranth, Chia und Quinoa meist teuer, was vor allem daran liegt, dass die Transportwege sehr weit sind, sagt Restemeyer.

Der Preis für Chiasamen im Handel liegt momentan bei etwa 30 bis 40 Euro pro Kilogramm. Als Alternative schlägt Hans Hauner Leinsamen vor, die ebenfalls viele Nährstoffe enthalten und deutlich günstiger sind.

Außerdem ist nicht ganz klar, in welchen Mengen die Samen gesund sind. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt, täglich nicht mehr als 15 Gramm Chiasamen zu essen.

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erstellt am 14.Nov.2016 | 11:11 Uhr

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