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Digital

05. Dezember 2016 | 09:34 Uhr

Beamer oder Fernseher : Wer macht das beste Heimkino?

vom
Aus der Onlineredaktion

Neue Fernseher taugen für weit mehr als nur TV: Doch wie sieht es mit dem Kinofaktor aus – oder sind Beamer die bessere Wahl?

Smarter und größer: Das sind seit geraumer Zeit die Trends bei neuen TV-Geräten. Aber sind riesige Fernseher auch für Cineasten mit dem Wunsch nach wahrem Heimkino-Feeling die richtige Wahl, oder sollten die sich lieber einen Beamer zulegen? Im Gegensatz zu TV-Geräten sind die Verkaufszahlen für Beamer traditionell eher gering. Doch was macht so einen Projektor überhaupt interessant? „Hier ist das Entscheidende tatsächlich nach wie vor die Größe des Bildes“, erklärt Andreas Nolde vom „Chip“-Fachmagazin. Zwar werden TV-Geräte immer größer, erreichen inzwischen 90 Zoll, doch mit der Größe wächst auch ihr Preis. „Ein TV mit mehr als 65 Zoll Bildschirmdiagonale ist schon deutlich teurer als ein ganz passabler Beamer“, betont Bert Kößler vom Heimkinotechnik-Blog „Heimkino-Praxis.com“. „Wer ein wirklich großes Bild will, kommt um einen Beamer nicht herum.“ Ein Beamer bringt aber auch Einschränkungen mit sich: „Die Installation ist ungleich komplizierter, eine Leinwand ist für ein gutes Bild Voraussetzung, der Raum muss so weit wie möglich verdunkelt sein und Kabel müssen an den unmöglichsten Stellen verlegt werden“, zählt Kößler auf. „Einen Smart-TV stellt man einfach nur hin und er läuft.“ Und ein Beamer allein macht noch keine Heimkinoatmosphäre. „Sie müssen auch zusätzlich über die Anschaffung von Leinwand und Soundsystem nachdenken“, sagt Andreas Nolde.

Zudem sind bei den Wohnzimmer-Projektoren die Preise nach oben offen: „Es gibt auch Beamer für mehrere 10 000 Euro“, sagt Roland Stehle. Insbesondere ultrahochauflösende Beamer seien alles andere als günstig: „Während bei TV-Geräten UHD schon weit verbreitet und beispielsweise auch bei 65 Zoll schon unter 2000 Euro liegen kann, sind UHD-Beamer noch recht teuer.“

Wer das Streamen von Filmen fest eingeplant hat, muss sich deshalb nicht zwangsläufig für einen Smart-TV entscheiden. „Der Beamer ist letztendlich nur ein Bildausgabegerät, genau wie ein TV“, sagt Bert Kößler. „Wer die modernen Streaming-Angebote nutzen will, verheiratet sich ja ohnehin mit einem der großen Anbieter und nutzt deren Hardware, um das volle Potenzial auszuschöpfen.“ Somit sei es beim Kauf nicht relevant, ob man die jeweilige Anbieter-Box nun an einen Beamer oder Fernseher anschließt. „Das herkömmliche TV-Programm kommt ja in vielen Fällen auch über einen separaten Sat- oder Kabel-Receiver.“ Die Platzhirsche für Streaming-Sticks und -Boxen - also Amazon, Google und Apple - seien erst einmal keine schlechte Wahl, um einen Beamer schnell smart zu machen, sagt Bert Kößler. Mediatheken und viele Video-on-Demand-Anbieter könne man auch damit nutzen. „Ein Smart-TV bietet nüchtern betrachtet auch nicht viel mehr als eine Plattform, auf der verschiedene Apps laufen.“ Und dank HDMI als standardisierter Schnittstelle lassen sich die smarten Sticks und Boxen mit jedem Anzeigegerät kombinieren - natürlich auch mit einem Beamer.

Für Kößler steht am Ende fest: „Wer den Aufwand bei einem Beamer auf sich nimmt, wird dafür mit echter Kino-Atmosphäre belohnt.“

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