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Digital

11. Dezember 2016 | 14:53 Uhr

Nur cool oder auch praktisch?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Was Smartwatches wirklich können / Der Grat zwischen Spielerei und nützlichem Hilfsmittel ist schmal

Es ist gerade mal ein paar Monate her, da prognostizierten Experten der Smartwatch eine rosige Zukunft. Die cleveren Armbanduhren galten als ultimative Technik-Gadgets, die ähnlich wie Smartphones und Tablet-PCs den Markt nachhaltig verändern sollten.

Doch die Absatzzahlen für das dritte Quartal 2016 sind ernüchternd. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IDC brachen die Verkäufe von 5,6 Millionen im gleichen Vorjahreszeitraum auf 2,7 Millionen Geräte ein. Das entspricht einem Minus von knapp 52 Prozent. „Ihre Zeit ist noch nicht reif“, hatte die „Stiftung Warentest“ bereits im Oktober 2015 getitelt und unter anderem die starke Smartphone-Abhängigkeit vieler Uhren bemängelt. Weitere Kritikpunkte waren kurze Akkulaufzeiten und die teils wenig intuitive Bedienung.

Nicht von Kinderkrankheiten, sondern von fehlenden Features bei Smartwatches spricht Lisa Brack, Chefredakteurin Test und Kaufberatung bei „Chip“. „Nur bei wenigen Funktionen kann man das Handy quasi daheimlassen, etwa beim Joggen, wenn die Smartwatch einen eigenen GPS-Sensor hat. Oder beim Schwimmen, sofern die Smartwatch nicht nur wasserfest, sondern auch -dicht ist.“ Beide Features seien mittlerweile Standard. Einige Modelle verfügen zusätzlich über ein Barometer und einen Höhenmesser.

Brack zufolge lohnt sich eine Smartwatch für „technikbegeisterte Menschen – insbesondere diejenigen, die laufend informiert werden möchten, was auf ihrem Handy los ist. Und natürlich für Sportler, die ihre Bewegungen tracken möchten“. So ist es möglich, unter anderem die zurückgelegte Strecke und verbrauchte Kalorien sowie durchschnittliche und maximale Geschwindigkeiten abzurufen. Wer die Smartwatch für sportliche Aktivitäten nutzen will, sollte auf einen Pulsmesser achten. Fahrradfahrer können die Uhren als Navi nutzen. Außerdem eignen sich die Geräte für soziale Netzwerke und Messaging mit Facebook und WhatsApp sowie für Kalendererinnerungen.

Smartwatches lassen sich in zwei Gruppen einteilen: „Es gibt Modelle mit und ohne eigene Sim-Karte“, sagt Markus Mizgalski von „PC-Welt“. Modelle mit Sim sind eigenständig, wie ein Smartphone-Ersatz am Handgelenk. Ohne Sim muss über Bluetooth eine Verbindung zum Handy hergestellt werden, was die Flexibilität deutlich einschränkt. „Übrigens ist der Preis einer Uhr kein Indikator dafür, zu welcher Gruppe sie gehört“, sagt Mizgalski. Laut seiner Einschätzung sind Uhren mit eigenem Sim-Karten-Slot im Prinzip Android-Smartphones, die auf Handgelenk-Format gebracht wurden. „Für den Betrieb bedeutet dies, dass man entweder das Telefon durch die Uhr ablösen muss, oder aber eine Zweitkarte mit identischer Rufnummer beantragt, will man auch auf der Uhr unter der gewohnten Nummer erreichbar sein.“ Bei den anfänglichen Akku-Problemen haben viele Hersteller inzwischen nachgebessert. „In der Regel kann man davon ausgehen, seine Uhr alle zwei bis spätestens drei Tage zu laden“, sagt Lisa Brack. Ihr Kollege Markus Mizgalski empfiehlt, sich vor dem Kauf einer Smartwatch unbedingt genau zu überlegen, wofür man diese benötigt. Sein Fazit: „Die günstigen Modelle sind eine bessere Mischung aus Freisprechanlage und Fernbedienung für das Smartphone, die teureren Exemplare lassen sich ausgedehnter konfigurieren und auch bis tief ins System hinein modifizieren.“

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