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Digital

03. Dezember 2016 | 22:45 Uhr

Sharing Economy im Onlinehandel : Ich miet’ mir eine Drohne

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Durch das neue Konzept Sharing Economy könnten Kunden Produkte künftig zeitweise mieten statt kaufen

Die Welt von oben entdecken – und zwar als Drohnenpilot. Oder die nächste Fußball WM auf einem 78 Zoll Curved-Led-Smart-TV genießen. Die Träume vieler, doch nur wenige können sie verwirklichen. Denn Technologie-Erlebnisse gehen mit Anschaffungskosten von teilweise einigen tausend Euro einher. Wer sich nicht verschulden oder weiterträumen will, für den könnte es künftig eine weitere Möglichkeit geben.

Sharing Economy (deutsch: wirtschaftliches Teilen) heißt die Zauberformel. „Der Begriff der Sharing Economy meint das systematische Ausleihen von Gegenständen und gegenseitige Bereitstellen von Räumen und Flächen, insbesondere durch Privatpersonen und Interessengruppen“, heißt es dazu von Prof. Dr. Oliver Bendel im Gabler Wirtschaftslexikon.

Plattformen wie der Unterkunftsvermittler Airbnb und die Mitfahrzentrale BlaBlaCar haben das Konzept des wirtschaftlichen Teilens längst für sich entdeckt. Jetzt ist es auch im Onlinehandel auf dem Vormarsch. „Shared Economy nimmt zu, wie bei Autos oder Fahrrädern, viele Menschen wollen nicht mehr besitzen, sondern nur noch benutzen“, sagt Frank Surholt, Sprecher des Versandriesen Otto.

Seit etwa neun Monaten arbeite das Unternehmen an einem Projekt, das dem Kunden ermögliche, Smartphones, Notebooks, Waschmaschinen, Trockner, aber auch Drohnen, E-Bikes und Fitnessgeräte für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten zu mieten. „Der Vorteil für den Verbraucher im Vergleich zum regulären Kauf liegt im Ausprobieren von teuren Produkten“, sagt der 52-jährige Otto-Sprecher. Das Konzept sei beispielsweise für Kunden gedacht, die immer nur das Neueste haben wollen, aber auch für Studenten, die sich die Anschaffung teurer Großgeräte nicht leisten können. Einige Details des neuen Services müssten noch geklärt werden. Aktuell befände sich das Projekt in einem internen Test mit 5000 Mitarbeitern, um letzte Fehler aufzudecken und zu beheben.

Die Gesellschaft wäre der erste Online-Versandhandel, der einen solchen Service anbietet. Andere Unternehmen, wie beispielsweise Amazon, halten sich beim Thema Sharing Economy eher zurück. „Wir sehen uns nicht im Zentrum der Diskussion“, heißt es von einem Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion.

Anders sieht es bei Media Markt aus. „Wir arbeiten kontinuierlich an neuen Lösungen, um unseren Kunden künftig noch bedarfsgerechtere Angebote und Services zu bieten. Neben vielen anderen Themen beschäftigen wir uns natürlich in diesem Zusammenhang auch mit den Vor- und Nachteilen, die ein Mietservice sowohl für unsere Kunden, als auch für uns als Unternehmen mit sich bringen würde. Das Thema ist sicherlich spannend, auch weil darin gerade für den Onlinehandel interessantes Potenzial steckt“, sagt eine Sprecherin von Media Markt.

Sharing Economy könnte sich also signifikant auf das Online-Kaufverhalten auswirken. Und vielleicht ist es bald kein Traum mehr, die Welt zu unseren Füßen durch eine Drohnenkamera zu erkunden – auch wenn diese nur gemietet ist.

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erstellt am 27.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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