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Digital

07. Dezember 2016 | 11:37 Uhr

Digitale Kommunikation : E-Mail-Anbieter im Test

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

E-Mail-Anbieter im Test: Dutzende Provider buhlen mit ähnlichen Angeboten um die Gunst der Kunden

Die Auswahl an E-Mail-Anbietern ist überwältigend groß. Um sich im Maildschungel zurechtzufinden, kann man die Anbieter grob in zwei Kategorien teilen: Einerseits reine Mailing-Dienstleister, die sich darauf spezialisiert haben; andererseits Anbieter, die neben E-Mails auch ein Nachrichten-Portal, Web-Hosting oder andere Dienstleistungen bieten. Letztere sind die Platzhirsche unter den E-Mail-Providern. Dazu zählen Web.de, GMX, Yahoo oder T-Online. Diese Anbieter bieten meist kostenlose Mail-Adressen an – finanziert wird das unter anderem durch Werbung.

Ebenfalls kostenlos sind die Angebote der Internet-Riesen Google und Microsoft. Gmail und Outlook.com begreifen sich als zusätzliches Angebot zu den Services der beiden Internet-Giganten. Entsprechend gut sind sie in die Produktpalette integriert. Im Test der Stiftung Warentest belegten beide dennoch die letzten Plätze. „Wir fanden bei beiden Anbietern Mängel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die zu Abwertungen führten“, sagt Christian van de Sand vom Magazin „Test“. Genauer heißt das, dass eine Weitergabe der Nutzerdaten nicht ausgeschlossen werden kann. In Sachen Handhabung belegten beide Anbieter die Spitzenpositionen.

Werbefrei, aber kostenpflichtig sind reine E-Mail-Anbieter wie Posteo, Mailbox.org oder Mail.de.

Ob kostenlos oder kostenpflichtig: Alle Anbieter haben reichlich Platz für E-Mails. Selbst die Schlusslichter dieser Kategorie bieten im kostenlosen Service immerhin ein Gigabyte Speicher an.

Die größten Unterschiede finden sich beim Thema Sicherheit. „Jeder Anbieter wirbt mit Schutz und Verschlüsselung, aber nicht alle bieten denselben Schutz“, stellt van de Sand fest. Frank Timmermann arbeitet beim Institut für Internet-Sicherheit und kennt sich mit den verschiedenen Verschlüsselungsverfahren aus: „Der gängigste Schutz ist die Transportweg-Verschlüsselung. Dabei wird die Mail beim Transport verschlüsselt, liegt auf den Servern aber offen.“ E-Mails können damit unterwegs nur schwer abgegriffen werden. Über den eigenen Mail-Server und den des Adressaten könnten Hacker allerdings Zugriff darauf erlangen. Auch die E-Mail-Provider selbst können die Mails auswerten, etwa für personalisierte Werbung.

Bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2E) wird die E-Mail auf dem eigenen Rechner ver- und beim Empfänger wieder entschlüsselt. Es ist das sicherste, aber auch das umständlichste Verfahren. „Für die Verschlüsselung benötigt man extra Software“, sagt Timmermann. „Um die Mail wieder zu entschlüsseln, braucht der Empfänger den passenden Schlüssel. Den müssen Sender und Empfänger vorher ausgetauscht haben.“ Bekannte Verfahren heißen PGP und S/Mime. PGP kann bei vielen Anbietern durch die Browser-Erweiterung „Mailvelope“ nachgerüstet werden. S/Mime findet man zum Beispiel in Outlook.

Mailbox.org hat für das Problem des Schlüsseltauschs eine eigene Lösung gefunden. Der Schlüssel lagert durch ein Passwort geschützt auf dem Server des Dienstes. Daher sind keine Software-Erweiterungen notwendig. Die Verschlüsselung kann außerdem von jedem beliebigen Gerät aus genutzt werden. Nachteil: Der Schlüssel könnte bei einem Hack des Servers geraubt werden. Ein sicheres Passwort ist Pflicht.

Sind E-Mail-Provider ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schlecht? Van de Sand gibt Entwarnung: „Kein Anbieter ist im Test durchgefallen. Es kommt auf das persönliche Sicherheitsbedürfnis an, ob sich ein Wechsel zu den Testsiegern lohnt.“ Das sind Posteo und Mailbox.org.

Wer seine Mails nicht für sensible Daten nutzt und gleichzeitig Wert auf einfache Bedienung legt, ist bei Gmail und Outlook.com richtig.

Benjamin Krüger

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