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Digital

07. Dezember 2016 | 21:18 Uhr

Roboter statt Mensch : Digitalisierung als Jobkiller?

vom
Aus der Onlineredaktion

Was der digitale Wandel für Berufstätige bedeutet. Ersetzen Roboter in Zukunft den Menschen und machen ihn arbeitslos?

Glaubt man verschiedenen Experten, werden zahlreiche menschliche Arbeitskräfte künftig durch Roboter, Software oder Computeralgorithmen ersetzt - vom Kfz-Monteur über den Kundenberater bis zum Journalisten. Doch wie viele und welche Jobs wird die Digitalisierung tatsächlich kosten?

Unter Digitalisierung verstehen Experten mehrere technische Entwicklungen, darunter Robotik, das Internet der Dinge oder cyber-physische Systeme. „Der Überbegriff ist vielleicht, dass es zunehmend Prozesse gibt, die nicht von Menschen organisiert und permanent kontrolliert werden“, erklärt Britta Matthes. Sie leitet die Forschungsgruppe Berufliche Arbeitsmärkte am Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Und wo Menschen nichts mehr organisieren und kontrollieren müssen, da werden sie überflüssig. So sehen es zumindest verschiedene Studien: Das Weltwirtschaftsforum in Davos geht davon aus, dass durch die Digitalisierung weltweit 7,1 Millionen Arbeitsplätze verloren gehen, aber nur 2,1 Millionen neue entstehen. Und eine Studie der Universität Oxford von 2013 sieht in den USA sogar fast die Hälfte der Jobs in Gefahr.

Wie sich die Digitalisierung auf den deutschen Arbeitsmarkt auswirken könnte, hat die Unternehmensberatung PwC analysiert. Das Ergebnis fällt vergleichsweise positiv aus: Zwar gebe es Branchen, in denen der Bedarf an Arbeitskräften sinken werde - bei Transport und Logistik zum Beispiel. Anderswo werde er aber steigen: wie im Bereich Technologie, Medien und Telekommunikation. Für Hochschulabsolventen gibt es in Zukunft weiter genug Jobs, heißt es in der PwC-Studie: Bis 2030 werden in Deutschland zwei Millionen Akademiker mehr gebraucht.

Grundsätzlich sei es historisch eher so, dass Arbeitsplätze und Berufe durch Umwälzungen wie die Digitalisierung nicht verschwinden. Und selbst wenn, muss das nicht immer schlecht sein: „Es gibt auch Bereiche, bei denen es gut ist, wenn Menschen das nicht mehr machen müssen“, sagt Matthes. „Etwa beim Umgang mit gefährlichen Stoffen in der chemischen Industrie.“ Viel wahrscheinlicher sei aber, dass die Digitalisierung bestehende Jobs nicht abschafft, sondern verändert.

So sieht es auch Professor Friedrich Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Ein Beispiel dafür sei die Haustechnik: Dort müssen sich diverse Berufe künftig viel stärker mit dem Thema Smart Home auseinandersetzen. Betroffen davon seien vom Elektriker bis zum Installateur mehrere Gewerbe, so Esser: „Ich muss da auch als Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung und Klima viel ganzheitlicher und systemübergreifender denken.“

Für Berufsanfänger hat die Digitalisierung etwas Positives: Der Wechsel zwischen Jobs und Branchen könnte künftig leichter sein. Schließlich wisse noch niemand, was in 20 Jahren wirklich gefragt ist.

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erstellt am 03.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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