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Digital

24. Mai 2016 | 15:43 Uhr

Technik : Alte Handys wiederbeleben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ausrangierte Smartphones taugen zu mehr als nur zum Notfalltelefon: Apps machen es möglich

Die Hersteller von Smartphones und Tablets überschlagen sich mit Produkt- und Innovationszyklen. Und viele Verbraucher besitzen gerne die aktuellsten Mobilgeräte. In der Folge liegen Millionen Mobiltelefone ungenutzt in den Haushalten herum. „Dabei können sich ältere Geräte als flexible und gut ausgestattete Kleinstcomputer auf vielfältige Weise nützlich machen“, erklärt Oliver Diedrich von der Fachzeitschrift „c't“.

Sie können eine Renaissance etwa als Internetradio, Navigationsgerät, Überwachungskamera, Babyphone, digitaler Bilderrahmen, Universalfernbedienung, Diebstahlmelder, elektrischer Türöffner, als Hotspot im Auto oder als Fernsteuerung feiern. „Wenn man mal kurz vergisst, dass es sich um ein Telefon handelt, ist so ein Smartphone ein ziemlich gut ausgestatteter Computer“, weist Diedrich auf die einzelnen Komponenten wie Touchscreen, WLAN , Kamera, GPS, Lautsprecher, Mikrofon oder Kopfhörerbuchse hin. Im Internet finden sich Schritt-für-Schritt-Bastelanleitungen, die Mobiltelefone und Tablets zu Spezialisten in den eigenen vier Wänden machen. Und in den App-Stores findet sich eine App für fast jeden Zweck.

So kann ein ausgedientes Smartphone auch als Steuereinheit und Display für ein Eigenbau-Internetradio dienen. Sind Lautsprecher und Netzteil erst in einem selbst gezimmerten Sperrholzgehäuse untergebracht, fungiert das Smartphone-Display nicht nur zur bequemen Steuerung. Über die einschlägigen Apps der Musikstreaming- oder Internetradiodienste lassen sich per WLAN tausende Radiostationen aus aller Welt und Millionen aktueller Songs zum Klingen bringen.„Auch ein Einfachst-Smartphone hat genug Power, um Audio-Streams übers Netz zu empfangen und so beispielsweise die alte Stereoanlage DLNA- und AirPlay-tauglich zu machen“, sagt Volker Zota von der „c't“ „Da es dabei als passiver Empfänger arbeitet und von einem anderen Gerät übers Netz ferngesteuert wird, darf sogar das Display kaputt sein“, erklärt der Experte ein weiteres musikalisches Einsatzgebiet.

Dazu werden an die Kopfhörerbuchse des Handys per Klinkenkabel Aktivboxen angeschlossen, oder es wird mit der Stereoanlage verbunden.

„In Sachen Datenspeicherung kann sich ein altes Smartphone nicht mit einer ans Netzwerk angeschlossenen Festplatte messen“, sagt Jared Newman von der „PC-Welt“. Aber es reiche durchaus als Speicher für Dokumente oder eine kleinere Mediendaten-Menge. So ein Datenserver sei insbesondere auch deshalb praktisch, weil speziell ältere Mobilgeräte tagelang nur mit ihren Akkus auskommen, „wodurch Sie selbst dann noch auf Ihre Daten zugreifen können, wenn jemand Ihren Computer abschaltet“, so Newman.

Wer sich doch von seinem Altgerät trennen möchte: Natürlich kann man versuchen, es im Internet zu verkaufen - etwa über Kleinanzeigen, Verkaufsplattformen oder per Versteigerung. Mit den Staubfängern lässt sich allerdings auch Gutes tun. Umweltvereine oder soziale Organisationen sammeln ausrangierte Mobiltelefone, um Rohstoffe wiederzuverwenden, soziale Projekte zu unterstützen oder die Telefone in Entwicklungsländer weiterzugeben.

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erstellt am 17.Jan.2016 | 21:00 Uhr

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