zur Navigation springen

Ratgeber

28. März 2017 | 12:08 Uhr

Serie Finanz-Wissen : Die Zahlungsfähigkeit sichern

vom
Aus der Onlineredaktion

Teil 8: Wertpapiere, Aktien, Anleihen oder Rentenfonds eignen sich nicht zur Liquiditätsanlage

Die Liquidität ist eine der Grundvoraussetzungen für eine strategische Geldanlage. In der Finanzplanung nennt man diese auch Liquidität 1. Sie muss stets vorhanden sein und aus Einkommensüberschüssen jederzeit wieder aufgefüllt werden können, falls sie für unvorhergesehene Ereignisse angetastet werden musste. Die Höhe ist abhängig vom Einkommen, Lebensstil und Konsumverhalten. Ist eine nachhaltige Liquiditätsversorgung nicht gewährleistet, dürfen Sie aus eigenen Mitteln keine Geldanlagen tätigen, egal wie sehr sie auch staatlich gefördert wird. Ein Scheitern wäre nahezu vorprogrammiert.

Liquiditätsanlagen

Hierfür eignen sich nur das klassische Sparbuch und das Tages- bzw. Termingeld. Bevor Sie sich über die niedrigen Zinsen Ihrer Hausbank aufregen, prüfen Sie, ob ein Bankwechsel Ihnen direkte und dauerhafte Kostenvorteile (Rendite) bringt? Aufgrund der Niedrigzinsphase suchen nicht nur Regionalbanken nach alternativen Einnahmequellen für ihr defizitäres Kontogeschäft. Die bisherige Subventionierung durch hohe Zinsmargen ist derzeit nicht mehr möglich. Deshalb erhöhen viele Banken schleichend die Kontoführungsgebühren. Zu den Grundgebühren kommen oft weitere Gebühren für Geld- oder Kreditkarten, Überweisungen, Lastschriften und Bargeldabhebungen. Da kommt schnell ein dreistelliger Betrag pro Jahr zusammen. Gute Direktbanken bieten ihre Konten „noch“ komplett kostenfrei an.

Eigenverantwortung rechnet sich – Eine einfache Rechnung

Für die notwendige Liquidität gibt es eine einfache Faustregel. Drei bis vier Monats-Nettogehälter sollten es sein. Zusammen mit weiteren Geldern, die in den nächsten zwei bis drei Jahren für Anschaffungen auf dem Tagesgeldkonto liegen sollten, kommen schnell 10 000 bis 20 000 Euro zusammen. Da machen 100 Euro gesparte Kontogebühren einen Mehrertrag von 0,5 – 1 Prozent aus. Und das sicher, steuerfrei, jedes Jahr. Die Banken rechnen mit der Trägheit ihrer Kunden. Ein Frosch springt nicht gleich aus dem Wasser, wenn man dieses ganz langsam – Grad für Grad – erwärmt.

Zins und Laufzeit

Die Höhe des Zinssatzes bei Bankanlagen ist (im Gegensatz zu Anleihen) nicht, wie von vielen Anlegern vermutet, von der Anlagedauer, sondern von der Kündigungsfrist abhängig. Der Gesetzgeber verlangt eine Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten. Aber auch längere Kündigungsfristen oder gar Kündigungssperrfristen können vereinbart werden. Oft jedoch darf der Kunde Beträge bis maximal 2000 Euro im Monat ohne eine Kündigung abheben. Möchte der Anleger über sein Geld jedoch vorzeitig verfügen, kann die Bank einen Zinsabschlag (Vorfälligkeitsentschädigung) verlangen. Einen Rechtsanspruch auf vorzeitige Kündigung hat der Sparer jedoch nicht.

Tipp!

Überlegen Sie sich vor Vertragsabschluss, welchen Betrag Sie für wie lange anlegen können und suchen Sie dann den passenden Vertrag. Internetaffinen Sparern bietet das Internet dafür gute Vergleichsportale. Aufgrund der derzeitigen Zinssituation sind Bankanlagen über zwei Jahre Anlagedauer wenig sinnvoll.

Bausparvertrag – bitte scharf nachrechnen!

Bausparverträge gehören immer noch zu den Rennern in Deutschland. Doch Achtung! Für reine Sparer wird der Vertrag oft zum Verlustgeschäft. Nach Abzug der Abschlusskosten von 1 bis 1,6 Prozent auf die Bausparsumme, erreicht das Guthaben vieler Bauspartarife bei ihrer Zuteilung inklusive Zinsen nicht einmal die Summe der eingezahlten Sparbeiträge.

Unter bestimmten Voraussetzungen jedoch kann sich ein Bausparvertrag auch heute noch lohnen. Nämlich dann, wenn Ihr Arbeitgeber VL-Leistungen zahlt und Sie in den Genuss der Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie (WoP) gelangen.

Der Bausparvertrag ist für sich alleine betrachtet keine geeignete Geldanlage. Nur der Gesetzgeber macht sie durch Förderung attraktiv. Der Haken? Die WoP erhalten Sie nur dann, wenn Sie den Bausparvertrag wohnwirtschaftlich nutzen. Ein Hohn, wenn man bedenkt, dass sich genau die Bausparer, die WoP-berechtigt sind, sich in der Regel gar kein Wohneigentum leisten können.

Das geht gar nicht!

Wertpapiere – auch verzinsliche Wertpapiere – eignen sich nicht zur Liquiditätsanlage. Aktien (-fonds) bergen kurzfristig unkalkulierbare Risiken. Mit Anleihen lassen sich aktuell unter Berücksichtigung der Kaufkosten und Depotgebühren kurzfristig keine Renditen erzielen. Das Gleiche gilt für Geldmarkt- bzw. Rentenfonds.

Oft machen hier die Kosten und/oder die Kursschwankungen dem Anleger einen Strich durch die Rechnung.

Bei der Liquidität 1 geht Sicherheit vor Rendite!

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen