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Ratgeber

10. Dezember 2016 | 00:11 Uhr

Sonne, Mond und Sterne : Der leuchtende Abendstern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Dezemberhimmel bietet Sternschnuppenströme, eine helle Venus und leuchtende Wintersternbilder

Unser innerer Nachbarplanet, die Venus, wird im Dezember zum auffälligen Abendstern. Bald nach Sonnenuntergang entdeckt man sie als weißen Lichtpunkt am Südwesthimmel. Sie leuchtet auffällig, weil ihre dichte Wolkenhülle das einfallende Sonnenlicht weitgehend reflektiert. Im Fernrohr zeigt sich Venus im Dezember halb beleuchtet auch wenn die exakte Phase „Halbvenus“ erst Mitte Januar 2017 erreicht wird. Zum Monatsanfang geht die Venus kurz nach 19.00 Uhr unter, zu Silvester erst um halb neun Uhr abends.

Am 3. zieht die schmale Sichel des zunehmenden Mondes oberhalb an Venus vorbei. Zu dieser Konstellation gesellt sich noch Mars, der weiter östlich steht. Das Dreigestirn bietet einen netten Himmelsanblick über dem Südwesthorizont. Mars ist allerdings der lichtschwächere der drei Wandelgestirne. Dennoch ist der Rote Planet gut mit bloßen Augen zu erkennen. Zum Jahresende verabschiedet sich Mars kurz nach 21.30 Uhr und geht unter. Bei guten Sichtbedingungen zeigt sich in Süddeutschland der flinke Merkur in den Tagen vom 11. bis 16. etwa eine Viertelstunde in der fortgeschritten Abenddämmerung knapp über dem Südwesthorizont. Ein Fernglas erleichtert die Jagd nach diesem sonnennahen Planeten.

Jupiter im Sternbild Jungfrau beherrscht den Morgenhimmel. Zu Monatsanfang erfolgt der Aufgang des Ringplaneten kurz nach 3.00 Uhr morgens, zu Silvester jedoch schon um 1.30 Uhr. Etwa eine Viertelstunde nach seinem Aufgang kann man Jupiter am Südosthorizont erkennen. Am 22. passiert der abnehmende Halbmond den Riesenplaneten.

Zwei Meteorströme bescheren uns im Dezember zahlreiche Sternschnuppen. Vom 6. bis 16. flammen die Geminiden auf. Wie der Name verrät, liegt ihr Ausstrahlungspunkt im Sternbild der Zwillinge. Ihre größte Aktivität entfalten sie in der Nacht vom 13. auf den 14., wo in der Stunde um Mitternacht stündlich bis zu 120 Sternschnuppen aufleuchten. Leider stört in diesem Jahr der Vollmond die Beobachtung der Geminiden.

Vom 16. bis 25. blitzen die Ursiden auf. Sie scheinen dem Sternbild Kleiner Bär zu entströmen. Sie heißen nach der lateinischen Bezeichnung für dieses Sternbild: Ursa Maior. Das Maximum des Stromes ist in der Nacht vom 21. auf den 22. gegen Mitternacht zu erwarten, wobei etwa zehn Meteore pro Stunde aufleuchten.

Am 13. passiert der Mond seinen erdnächsten Punkt, wobei ihn 358 460 Kilometer von uns trennen. Am Morgen des 13. bedeckt der Mond um 6.25 Uhr den rötlichen Aldebaran, Hauptstern des Stieres. Die exakte Vollmondphase tritt am 14. um 1.06 Uhr im Sternbild Stier ein. Die Vollmondnacht vom 13. auf den 14. ist die längste des Jahres 2016. Auch erreicht der Vollmond kurz nach Mitternacht seine höchste Position über dem Südpunkt des gesamten Jahres. In Erdferne hält sich der Mond mit 405 870 Kilometer Distanz am 25. auf. Vier Tage später, am 29. um 7.53 Uhr wird die Neumondphase erreicht.

Die Herbststernbilder verabschieden sich allmählich von der abendlichen Himmelsbühne. Hoch im Süden hat der Widder die Mittagslinie bereits passiert. Das Pegasusquadrat und die Sternenkette der Andromeda sind noch hoch im Westen zu sehen. Der Schwan mit seinem hellen Stern Deneb ist ebenfalls noch zu sehen. Tief im Nordwesten leuchtet die bei uns fast zirkumpolar Wega im Sternbild Leier. An ihrer bläulichen Farbe ist sie leicht zu erkennen.

Die Osthälfte des Himmelsgewölbes ist nun reich an hellen Sternen, denn der Aufmarsch der Wintersternbilder hat begonnen. Das Wintersechseck ist komplett über dem Horizont erschienen. Es setzt sich aus den hellsten Sternen der sechs bekanntesten Wintersternbilder zusammen. Es sind die gelbliche Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen und Prokyon im Kleinen Hund sowie Pollux in den Zwillingen.

Obwohl Sirius noch tief im Südosten steht, funkelt er dennoch auffällig in einem bläulich-weißen Licht. Sirius ist der hellste Fixstern des gesamten Firmaments. Mit knapp neun Lichtjahren Entfernung zählt Sirius zu den Nachbarsternen unserer Sonne. Mit seiner Hilfe haben schon vor 4000 Jahren die Ägypter festgestellt, dass ein Jahr um einen Vierteltag länger ist als 365 Tage. Ein Reformversuch von König Ptolemaios III., Euergetes genannt, im Jahre 238 vor Chr., alle vier Jahre einen Schalttag einzuführen, scheiterte am erbitterten Widerstand der ägyptischen Priesterschaft.

Die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember ist die längste des ganzen Jahres. Sie dauert in Berlin, Hamburg und Köln über 16 Stunden.

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erstellt am 30.Nov.2016 | 11:10 Uhr

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